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Dreibinden-Preußenfisch, Dascyllus aruanus
| Deutscher Name: | Dreibinden-Preußenfisch |
| Wissenschaftlich: | Dascyllus aruanus |
| Synonyme: | Weißschwanz-Preußenfisch, Dreistreifen-Preußenfisch, Dreibinden-Preussenfisch, Weißschwanz-Preussenfisch, Whitetail Dascyllus, Humbug Damselfish, Banded Humbug |
| Herkunft: | Indopazifik, vom Roten Meer und Ostafrika bis in den Zentralpazifik; Korallenriffe und Lagunen |
| Riffaquarium-tauglich: | Korallen: geeignet; Garnelen und kleine Wirbellose: bedingt geeignet; Fische: nur mit Vorsicht |
| Verträglichkeit: | Einzeln oder als Paar; gegenüber Artgenossen und neuen Mitbewohnern oft sehr rabiat |
| Wasserwerte: | Dichte 1,023–1,025 (Salzgehalt ca. 32–35 ‰), pH 8,1–8,4, KH 7–10 °dKH |
| Temperatur: | 24–26 °C (toleriert werden etwa 22–28 °C) |
| Beckengröße: | Ab ca. 400–500 Liter Nettovolumen empfohlen, viel Riffaufbau mit Verstecken |
| Futter: | Allesfresser: Frost-, Trocken- und Flockenfutter, abwechslungsreich |
| Schwierigkeitsgrad: | Pflegeleicht und robust, aber wegen Revierverhalten nicht für jedes Becken geeignet |
| Geschlechts-Unterschiede: | Männchen werden etwas größer als Weibchen; äußerlich sonst kaum zu unterscheiden |
| Zucht möglich: | Im Aquarium Ablaichen möglich, Aufzucht anspruchsvoll; für diesen Artikel keine Nachzucht angegeben |
| Maximale Größe: | In der Regel 6–10 cm; Lebenserwartung im Aquarium mehrere Jahre, über 9 Jahre belegt |
| Liefergröße: | ca. 3,0-4,0 cm |
Herkunft von Dreibinden-Preußenfisch (Dascyllus aruanus)
Der Dreibinden-Preußenfisch, im Handel auch Weißschwanz- oder Dreistreifen-Preußenfisch genannt, gehört zu den Riffbarschen (Pomacentridae) und ist eine der bekanntesten Arten seiner Gattung. Beschrieben wurde er bereits 1758 von Linnaeus. Sein Verbreitungsgebiet ist gewaltig: Es reicht im Indopazifik von der Ostküste Afrikas und dem Roten Meer bis in den Zentralpazifik, im Norden bis nach Japan und im Süden bis nach New South Wales. Dort besiedelt er Korallenriffe und Lagunen bis in etwa 20 Meter Tiefe. Meist hält er sich in Gruppen über verzweigten Steinkorallen wie Acropora auf und verschwindet bei der kleinsten Gefahr zwischen deren Ästen. Auf seinem Speiseplan stehen Zooplankton, kleine bodenlebende Wirbellose und Algen. Die Art gilt als nicht gefährdet und ist in ihrem natürlichen Lebensraum häufig. Unverwechselbar macht ihn die kontrastreiche Zeichnung: ein weißlicher Körper mit drei dunklen Binden, schwarzen Bauchflossen und hellem Schwanz. Zur konkreten Herkunft dieses Artikels, also Wildfang oder Nachzucht, liegt keine Angabe vor, deshalb wird hier keine Nachzucht behauptet. Zwar ist die Art schon vermehrt worden, im deutschen Handel spielen Nachzuchten aber kaum eine Rolle.
Eignung für das Riffaquarium
Für das Riffaquarium ist der Dreibinden-Preußenfisch differenziert zu betrachten. Gegenüber Korallen gilt er als geeignet: In der Natur lebt er sogar eng mit Steinkorallen zusammen, die ihm Schutz bieten, und im Becken nutzt er Riffaufbauten und Korallenstöcke als Rückzugsort. Gegenüber Garnelen und anderen Wirbellosen ist er nur bedingt geeignet. Er ist ein Allesfresser, der in der Natur auch kleine bodenlebende Wirbellose frisst. Sehr kleine Garnelen, Jungtiere oder winzige Krebse können daher gefährdet sein. Größere, wehrhafte Arten wie Putzergarnelen werden von manchen Pflegern erfolgreich mit ihm vergesellschaftet, eine Garantie gibt es dafür nicht. Gegenüber anderen Fischen ist er ausdrücklich nicht unkritisch: Erwachsene Tiere verteidigen ihr Revier entschlossen, jagen und beißen Neuankömmlinge und können scheue oder friedliche Arten dauerhaft stressen. Besonders hartnäckig reagieren sie auf andere Riffbarsche und auf neu eingesetzte Fische. Auch bei Pflegearbeiten im Becken kann es vorkommen, dass die Tiere die Hand attackieren. Giftig ist die Art nach den vorliegenden Angaben nicht.
Vergesellschaftung und Verhalten
Der Dreibinden-Preußenfisch ist ein typischer Riffbarsch mit ausgeprägtem Revierverhalten, das mit zunehmendem Alter stärker wird. Jungtiere schwimmen oft noch friedlich im Schwarm, erwachsene Tiere dulden aber kaum Artgenossen. Im Aquarium bildet jedes Tier ein eigenes kleines Revier, und die Männchen verteidigen es besonders konsequent. Am besten pflegt man ihn einzeln oder als Paar. Bei Paaren hilft es, dass die Tiere in der Jugend ihr Geschlecht vom Weibchen zum Männchen wechseln können, sodass sich oft von selbst ein Paar findet. Wer mehrere Tiere pflegen will, braucht sehr große Becken mit viel Riffstruktur und Sichtbarrieren. Selbst dann kann ein schwächeres Tier dauerhaft gejagt werden. Neue Fische werden häufig regelrecht eingeschüchtert, unabhängig von deren Größe, daher sollte der Preußenfisch am besten zuletzt oder gemeinsam mit robusten, ähnlich wehrhaften Arten eingesetzt werden. Zu schüchternen oder zarten Fischen wie Seepferdchen, Seenadeln oder friedlichen Grundeln passt er nicht. Sinnvoll ist ein Umbau des Riffs beim Einsetzen, damit bestehende Reviere neu verteilt werden.
Wasserwerte und Temperatur
Als Riffbewohner braucht der Dreibinden-Preußenfisch stabile, saubere Meerwasserbedingungen. Empfohlen sind eine Dichte von 1,023 bis 1,025 (entsprechend einem Salzgehalt von etwa 32 bis 35 Promille), ein pH-Wert von 8,1 bis 8,4 und eine Karbonathärte von etwa 7 bis 10 °dKH. Die Temperatur liegt idealerweise bei 24 bis 26 °C; die Art toleriert in der Praxis etwa 22 bis 28 °C. Die Art gilt als robust gegenüber kleinen Schwankungen, das ist aber kein Freibrief: Nitrat und Phosphat sollten niedrig bleiben, Ammoniak und Nitrit müssen in einem eingefahrenen Becken nicht nachweisbar sein. Wichtig sind regelmäßige Teilwasserwechsel, eine kräftige Strömung mit guter Sauerstoffversorgung und eine konstante Verdunstungsnachfüllung mit Osmosewasser, damit der Salzgehalt nicht driftet.
Aquarium und Einrichtung
Auch wenn der Fisch nur 6 bis 10 cm groß wird, ist er kein Kandidat für kleine Becken. Die Angaben der Quellen schwanken: Meist werden Aquarien ab etwa 400 bis 500 Litern Nettovolumen empfohlen, einzelne Quellen nennen für ein Einzeltier deutlich weniger. Wegen des Revierverhaltens ist die größere Angabe die ehrlichere, vor allem bei Paaren oder gemischtem Fischbesatz. Wichtig ist ein reich strukturierter Riffaufbau mit Höhlen, Überhängen und Korallenstöcken, in die sich die Tiere bei Gefahr zurückziehen können, und zusätzlich offener Schwimmraum. Mehrere Verstecke und Sichtbarrieren verringern Streit. Eine sichere Abdeckung ist bei schnellen Riffbarschen grundsätzlich empfehlenswert, ein ausgeprägter Sprungtrieb ist für die Art aber nicht belegt.
Futter und Futterumstellung
Der Dreibinden-Preußenfisch ernährt sich in der Natur von Zooplankton, kleinen bodenlebenden Wirbellosen und Aufwuchsalgen. Im Aquarium ist er ein unkomplizierter Allesfresser. Neben Frostfutter wie Mysis, Artemia, Krill und kleinen Garnelenstücken werden meist auch Trockenfutter, Flocken und Granulat zuverlässig angenommen, sodass eine Umstellung in der Regel leicht gelingt. Besser ist ein abwechslungsreicher Speiseplan, um Mangelerscheinungen vorzubeugen: etwa zwei bis drei Fütterungen pro Tag mit kleinen Portionen, ergänzt durch pflanzliche Komponenten wie Spirulina-Flocken. Große Brocken sollten für die Größe der Tiere passend zerkleinert werden. Wegen ihres Futterneids fressen Preußenfische häufig schnell und sollten nicht Mitbewohner verdrängen. Gefüttert wird daher an mehreren Stellen im Becken, damit auch zurückhaltende Arten etwas abbekommen.
Eingewöhnung
Fische aus dem Transport sollten langsam an das Beckenwasser gewöhnt werden. Dazu schwimmt der geschlossene Beutel zunächst etwa 15 bis 20 Minuten im Becken, damit sich die Temperatur angleicht. Anschließend wird das Wasser im Eimer oder Gefäß über die Tropfmethode über etwa 45 bis 60 Minuten behutsam an Salzgehalt und Wasserwerte angepasst. Danach wird der Fisch mit einem Kescher umgesetzt; das Transportwasser kommt nicht ins Becken. Hilfreich ist es, das Licht zunächst zu dimmen und erst danach zu füttern. Da die Tiere später sehr territorial sind, empfiehlt es sich, vor dem Einsetzen den Riffaufbau leicht umzugestalten, damit Reviere neu verteilt werden und der Neuankömmling nicht gleich als Eindringling gejagt wird. Sinnvoll ist außerdem eine Quarantäne in einem separaten Becken, um Krankheiten wie Weißpünktchen nicht in das Hauptbecken einzuschleppen. In den ersten Tagen gut beobachten, ob das Tier frisst und ruhig atmet.
Geschlechtsunterschiede
Bei den Preußenfischen lassen sich die Geschlechter äußerlich nur schwer unterscheiden. Die Männchen werden etwas größer als die Weibchen, was bei jungen Tieren aber kaum sichtbar ist. Wie viele Riffbarsche können Preußenfische ihr Geschlecht im Lauf des Lebens vom Weibchen zum Männchen wechseln. Dadurch findet sich bei zwei gemeinsam gehaltenen Jungtieren oft von selbst ein Paar.
Zucht
Im Aquarium laicht der Dreibinden-Preußenfisch bei guter Pflege regelmäßig ab. Das Männchen legt zwischen Steinen oder Korallen ein Nest an, lockt das Weibchen dorthin und bewacht das Gelege anschließend. Die Larven schlüpfen nach etwa drei bis fünf Tagen und leben zunächst im Freiwasser von Plankton. Die Aufzucht ist ohne Erfahrung und geeignetes Lebendfutter schwierig; die Larven überleben im Gesellschaftsbecken meist nicht lange. Eine erfolgreiche Nachzucht ist zwar dokumentiert, für diesen Artikel wird jedoch keine Nachzucht angegeben.
Endgröße und Lebenserwartung
Der Dreibinden-Preußenfisch erreicht meist 6 bis 10 cm; in der Praxis nennen Händler häufig 7 bis 9 cm. Geschlechtsreif wird er bereits mit etwa 5 cm. Die angebotenen Tiere mit 3 bis 4 cm sind also noch jung, werden aber innerhalb der ersten zwei Jahre ausgewachsen. Zur Lebenserwartung: Aus dem Freiland ist ein Höchstalter von etwa 6 Jahren dokumentiert. Im Aquarium sind bei guter Pflege deutlich höhere Werte belegt, es sind mindestens neun Jahre bekannt. Realistisch sollte man mit mehreren Jahren rechnen, die genaue Dauer hängt stark von Haltung, Ernährung und Stressfaktoren wie Revierstreit ab.
| Temperaturbereiche: | Mäßig warm (22-23°C) - wenig zuheizen, Sehr warm (27-30°C) - viel heizen, Warm (24-26°C) - heizen |
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Häufige Fragen (FAQ)
Wie werden Meerwassertiere versendet?
Meerwasserfische, Garnelen, Seesterne, Korallen und Anemonen versenden wir ausschließlich mit dem zugelassenen Tierkurier GO! im Übernachtexpress. Jedes Tier beziehungsweise jede Koralle reist einzeln in einem Beutel mit Meerwasser und Sauerstoff, verpackt in einer isolierten Styroporbox – bei kühler Witterung zusätzlich mit Wärmepack.
Meerwassertiere führen wir als Bestellware mit einer Lieferzeit von 2–5 Tagen. Bitte sorge dafür, dass die Sendung am Liefertag angenommen werden kann, damit die Tiere schnell ins Aquarium kommen.
Wie gewöhne ich Meerwassertiere nach der Ankunft ein?
Dimme zunächst das Licht im Aquarium. Lege die geschlossenen Beutel 15–20 Minuten auf die Wasseroberfläche, damit sich die Temperatur angleicht. Gib dann mit der Tropfmethode langsam Aquarienwasser in ein Gefäß mit den Tieren, bis sich Salzgehalt und pH-Wert angeglichen haben – bei Fischen etwa 30–45 Minuten, bei Garnelen, Seesternen und Seeigeln deutlich langsamer über 60–90 Minuten, denn sie reagieren empfindlich auf Salzgehaltsschwankungen.
Setze die Tiere anschließend um, ohne das Transportwasser ins Aquarium zu geben. Seesterne, Muscheln und Schwämme sollten dabei möglichst nicht an die Luft kommen. Lass das Licht am ersten Tag gedimmt und füttere erst am nächsten Tag.
Was muss ich bei Korallen und Anemonen beachten?
Gewöhne Korallen langsam an das Licht: Platziere sie anfangs etwas tiefer oder schattiger und setze sie erst nach einigen Tagen an ihren endgültigen Platz. Halte Abstand zu Nachbarkorallen, denn viele Arten bilden Nesselfäden. Achte auf eine zur Art passende Strömung.
Anemonen können wandern – sichere Pumpen und Überläufe deshalb mit einem Schutzkorb. Bei Krustenanemonen (Zoanthus, Palythoa) beim Umgang immer Handschuhe und Augenschutz tragen, da sie Palytoxin enthalten können; die Kolonien niemals abkochen, abbürsten oder unter Druck abspülen.
Welche Wasserwerte brauchen Meerwassertiere?
Die meisten Riffbewohner fühlen sich in diesem Rahmen wohl: Salzgehalt 33–35 ‰ (Dichte etwa 1,023–1,025 bei 25 °C), Temperatur 24–26 °C, pH-Wert 8,0–8,4, KH 7–9 °dH, Calcium 400–450 mg/l und Magnesium 1.250–1.350 mg/l bei niedrigen Nitrat- und Phosphatwerten. Wichtiger als einzelne Spitzenwerte ist, dass die Werte stabil bleiben.
Artspezifische Angaben findest du jeweils in der Artikelbeschreibung.