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Haddons Teppichanemone, Stichodactyla haddoni, Größe M–L
| Deutscher Name: | Haddons Teppichanemone |
| Wissenschaftlich: | Stichodactyla haddoni |
| Synonyme: | Teppichanemone, Haddons Anemone, Haddons Teppichanemone, Sattelanemone, Saddle Carpet Anemone, Haddon's Carpet Anemone |
| Herkunft: | Indopazifik; im Freiland auf weichem Sand- und Schlammgrund, meist außerhalb des eigentlichen Riffs |
| Lichtbedarf: | Hoch; helle, gleichmäßig ausleuchtende Riffbeleuchtung, da die Anemone von symbiotischen Algen lebt |
| Strömung: | Mäßig und turbulent; direkte, starke Pumpenstrahlen vermeiden |
| Wasserwerte: | Salzgehalt ca. 34–35 ‰ (Dichte 1,023–1,025), pH 8,1–8,4, KH 8–12 °dKH, stabile Werte |
| Temperatur: | 24–27 °C |
| Platzierung: | Sandzone oder Übergang Sand/Fels; Fuß sucht Halt in einer Felsspalte oder im Sand, Wanderungen sind möglich |
| Ernährung: | Mischkost: Lichtenergie durch Zooxanthellen plus kleine Stücke von Fisch, Garnele oder Muschel, ein- bis zweimal pro Woche |
| Symbiose mit Anemonenfischen: | Im Freiland belegt mit mehreren Anemonenfischen, z. B. Amphiprion clarkii, A. polymnus, A. sebae; Wirtstier ist aber kein Muss |
| Schwierigkeitsgrad: | Mittel bis anspruchsvoll; nur für eingefahrene, stabile Riffbecken und erfahrene Pfleger |
| Maximale Größe: | Mundscheibe im Freiland rund 50–80 cm Durchmesser; im Aquarium meist kleiner, aber sehr raumgreifend |
| Lieferform: | Größe M–L |
Herkunft von Haddons Teppichanemone (Stichodactyla haddoni)
Die Haddons Teppichanemone, wissenschaftlich Stichodactyla haddoni, ist im Indopazifik zu Hause. Anders als viele Riffbewohner siedelt sie nicht unbedingt auf Felsen, sondern bevorzugt weichen Sand- oder Schlammgrund in flachem Wasser, oft außerhalb des eigentlichen Riffkerns. Dort sitzt sie mit ihrem kurzen Fuß im Boden und breitet die Mundscheibe wie einen weichen Teppich aus. Daher rührt auch der Name Teppichanemone; manchmal wird sie wegen der Faltung ihres Körpers auch Sattelanemone genannt. Fachlich ist sie eine echte Seeanemone der Ordnung Actiniaria und der Familie Stichodactylidae. Sie ist damit weder eine Scheibenanemone (Corallimorpharia) noch eine Zylinderrose (Ceriantharia), auch wenn die flache, kurz bewimperte Erscheinung an Scheibenanemonen erinnern kann. Die Tentakel sind kurz und am Ende gerundet, die Farbe reicht von Grün über Gelb und Grau bis selten Blau oder Rosa. Zur Unterscheidung von den ähnlichen Arten Stichodactyla gigantea und Stichodactyla mertensii hilft unter anderem die einfarbige, ungefleckte Unterseite und Säule. Weil sich die Teppichanemonen im Handel nicht immer leicht auseinanderhalten lassen, ist die artgenaue Bestimmung beim Kauf wichtig. Ein Hinweis auf Nachzucht liegt in der Bezeichnung dieses Artikels nicht vor.
Haltung im Riffaquarium
Die Haddons Teppichanemone gehört nicht in ein frisch gestartetes Becken. Sie braucht ein eingefahrenes, ruhiges Riffaquarium mit stabilen Werten und einem ausreichend großen Volumen; als grobe Orientierung gelten mindestens etwa 300 Liter, je mehr Platz, desto besser. Sinnvolle Wasserwerte sind ein Salzgehalt von etwa 34–35 ‰ (Dichte 1,023–1,025), ein pH-Wert von 8,1–8,4, eine Karbonathärte von rund 8–12 °dKH und eine Temperatur von 24–27 °C. Entscheidend sind weniger Idealzahlen als Beständigkeit: Schwankungen bei Salinität, Temperatur oder KH werden von Anemonen schlecht vertragen. Nitrat und Phosphat sollten niedrig, aber nicht auf null gehalten werden. Eine gesunde Anemone sitzt fest, zeigt eine pralle Mundscheibe und reagiert auf Berührung oder Futter. Eingezogene, schlaffe oder ausgeblichene Tiere, ein weit geöffneter Mund oder austretende Schleimfäden sind Warnzeichen und ein Grund, Wasserwerte und Standort zu prüfen. Wichtig bleibt: Die Haltung gelingt nicht in jedem Becken, und eine Garantie für ein langes Überleben gibt es bei keiner Anemone.
Licht, Strömung und Platzierung
Sie lebt natürlich auf Weichboden und sollte im Aquarium entsprechend in einer Sandzone oder am Übergang zwischen Sand und Riffgestein ihren Platz finden. Ihr Fuß sucht Halt in einer Spalte oder gräbt sich im Sand ein; ein stabiler, nicht rutschender Steinaufbau ist deshalb wichtig. Teppichanemonen sind wanderfreudig: Sie wechseln den Platz, solange ihnen Licht, Strömung oder Untergrund nicht zusagen, und können dabei Korallen berühren und verletzen. Plane daher reichlich Abstand zu Korallen, am besten eine eigene freie Zone. Das Licht sollte hell und gleichmäßig sein, weil die Anemone auf ihre symbiotischen Algen angewiesen ist; langsam an neue Beleuchtung gewöhnen. Die Strömung darf lebhaft und wechselnd, aber nicht als scharfer, direkter Strahl auf das Tier treffen. Zu starke Strömung lässt die Mundscheibe einrollen. Sehr wichtig ist ein Pumpenschutz: Alle Ansaugöffnungen von Strömungspumpen, Förderpumpen und Abschäumern müssen mit feinen Gittern oder Vorfiltern gesichert sein, denn wandernde Anemonen werden sonst eingesogen und zerstört, was das Wasser stark belasten kann.
Ernährung und Fütterung
Die Haddons Teppichanemone ernährt sich auf zwei Wegen: Zum einen liefern symbiotische Zooxanthellen im Gewebe bei guter Beleuchtung einen Teil der Energie, zum anderen fängt sie mit ihren Tentakeln Beute wie kleine Wirbellose oder Jungfische. Im Aquarium reicht Licht allein nicht aus. Ergänze etwa ein- bis zweimal pro Woche mit mundgerechten Stücken von frischem Fisch, Garnele oder Muschelfleisch, die du vorsichtig mit einer Pinzette oder Futterzange auf die Mundscheibe legst. Das Futter sollte aufgetaut und ohne Schalen oder Gräten sein. Nicht verwertete Reste nach einigen Stunden entfernen, damit das Wasser nicht belastet wird. Nach dem Fressen kann sich die Anemone kurz zusammenziehen; das ist normal. Ist ein Anemonenfisch vorhanden, trägt er ebenfalls Futter zu seinem Wirt, ersetzt aber die gezielte Fütterung nicht zuverlässig. Vermeide Überfütterung, denn zu viel Futter lässt die Nährstoffe im Becken ansteigen.
Symbiose mit Anemonenfischen
Für die Haddons Teppichanemone ist im Freiland eine Partnerschaft mit mehreren Anemonenfischen belegt, darunter Amphiprion akindynos, A. chrysogaster, A. chrysopterus, A. clarkii, A. polymnus und A. sebae. Im Aquarium nehmen mitunter auch andere Arten wie Amphiprion ocellaris oder A. percula die Anemone an; das zählt aber nicht zu den gesicherten natürlichen Partnern und ist kein Selbstläufer. Ein Anemonenfisch ist keine Voraussetzung für das Wohlergehen der Anemone, und umgekehrt kann man nicht davon ausgehen, dass jeder Fisch seinen Wirt annimmt. Bei Nachbarn mit eigenen Wirtsanemonen können Revierkonflikte entstehen. Mit Korallen ist die Anemone nicht verträglich: Sie kann Nachbarn bei Berührung mit Nesselzellen schädigen, und ihre Wanderung trägt zum Risiko bei. Kleine Fische und Garnelen, die in ihre Tentakel geraten, können gefangen und gefressen werden. Auch ein Symbiosepartner im Becken ist nicht automatisch gegen alle anderen Beckenbewohner geschützt, daher die Vergesellschaftung sorgfältig planen.
Wanderverhalten, Nesselkraft und Pumpenschutz
Die Haddons Teppichanemone besitzt kurze, stumpfe Tentakel, doch ihre Nesselkraft ist deutlich. Bei empfindlicher Haut kann Berührung zu Reizungen führen; vereinzelt wird auch von spürbaren Stichen beim Menschen berichtet. Beim Arbeiten im Becken deshalb Handschuhe tragen, die Anemone nicht anfassen und das Wasser nicht in Augen oder Wunden bringen. Gegenüber Korallen, kleinen Fischen und Garnelen ist sie als Nesseltier gefährlich. Aufgrund ihres Wanderverhaltens kann sie mehrere Tage umherziehen, deshalb Abstand zu Korallen lassen. Alle Pumpen und Ansaugöffnungen mit Schutzgittern oder Vorfiltern versehen. Stirbt eine Anemone, kann sie das Wasser schnell stark belasten; tote oder zerfallende Tiere sofort entnehmen. Tiere im Handel sind Meerwasserlebewesen und für Kinder sowie Haustiere unzugänglich zu halten.
Eingewöhnung
Anemonen reagieren empfindlich auf abrupte Veränderungen, deshalb gehört die Eingewöhnung zu den wichtigsten Schritten. Beim Ankommen Beutel ungeöffnet etwa 15–20 Minuten zur Temperaturangleichung ins Becken legen, dann das Tier mit der Tropfmethode langsam an Salzgehalt, pH-Wert und Temperatur des Beckenwassers anpassen. Dazu über ein bis zwei Stunden Beckenwasser tröpfeln lassen und die Wassermenge im Behälter mehrfach verdoppeln. Beim Umsetzen das Tier niemals aus der Luft ziehen oder am Fuß abreißen, sondern mit viel Wasser und möglichst in einem Gefäß transportieren, damit keine Luft in den Körper gelangt. Das Licht zunächst gedämpft starten und über zwei bis drei Wochen steigern. Setze die Anemone erst ein, wenn die Pumpen gesichert und die Wasserwerte stabil sind. Anfangs kann sie sich einziehen oder wandern; Geduld ist wichtig. Ein ruhiger Standort ohne Stress durch Nachbarn hilft ihr beim Einleben.
Endgröße und Lebenserwartung
Die Haddons Teppichanemone wird groß. Die Mundscheibe kann im Freiland etwa 50–80 cm Durchmesser erreichen, wobei die Angaben je nach Quelle schwanken; im Aquarium bleiben die Tiere oft kleiner, brauchen aber auch dort viel freien Raum, da sie sich zudem ausbreiten und wandern. Zur Lebenserwartung liegen keine verlässlichen Angaben vor.
Lieferung
Die Anemone wird als Einzeltier geliefert. Die Angabe M – L beschreibt keine Zentimetergröße, sondern die Größenklasse, in die das einzelne Tier bei uns eingeordnet wird. Da Anemonen sich je nach Stimmung stark ausdehnen oder zusammenziehen, sind Maße ohnehin kaum aussagekräftig. Dieser Artikel ist ein Bestellartikel, das Tier wird also für dich eingeplant. Nach der Ankunft das Tier im Beutel ruhig halten, Licht dämpfen und zügig mit der Eingewöhnung beginnen. Das Tier muss nicht sofort frei ausgebreitet sein; nach dem Transport zieht es sich häufig zusammen.
| Temperaturbereiche: | Sehr warm (27-30°C) - viel heizen, Warm (24-26°C) - heizen |
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Häufige Fragen (FAQ)
Wie werden Meerwassertiere versendet?
Meerwasserfische, Garnelen, Seesterne, Korallen und Anemonen versenden wir ausschließlich mit dem zugelassenen Tierkurier GO! im Übernachtexpress. Jedes Tier beziehungsweise jede Koralle reist einzeln in einem Beutel mit Meerwasser und Sauerstoff, verpackt in einer isolierten Styroporbox – bei kühler Witterung zusätzlich mit Wärmepack.
Meerwassertiere führen wir als Bestellware mit einer Lieferzeit von 2–5 Tagen. Bitte sorge dafür, dass die Sendung am Liefertag angenommen werden kann, damit die Tiere schnell ins Aquarium kommen.
Wie gewöhne ich Meerwassertiere nach der Ankunft ein?
Dimme zunächst das Licht im Aquarium. Lege die geschlossenen Beutel 15–20 Minuten auf die Wasseroberfläche, damit sich die Temperatur angleicht. Gib dann mit der Tropfmethode langsam Aquarienwasser in ein Gefäß mit den Tieren, bis sich Salzgehalt und pH-Wert angeglichen haben – bei Fischen etwa 30–45 Minuten, bei Garnelen, Seesternen und Seeigeln deutlich langsamer über 60–90 Minuten, denn sie reagieren empfindlich auf Salzgehaltsschwankungen.
Setze die Tiere anschließend um, ohne das Transportwasser ins Aquarium zu geben. Seesterne, Muscheln und Schwämme sollten dabei möglichst nicht an die Luft kommen. Lass das Licht am ersten Tag gedimmt und füttere erst am nächsten Tag.
Was muss ich bei Korallen und Anemonen beachten?
Gewöhne Korallen langsam an das Licht: Platziere sie anfangs etwas tiefer oder schattiger und setze sie erst nach einigen Tagen an ihren endgültigen Platz. Halte Abstand zu Nachbarkorallen, denn viele Arten bilden Nesselfäden. Achte auf eine zur Art passende Strömung.
Anemonen können wandern – sichere Pumpen und Überläufe deshalb mit einem Schutzkorb. Bei Krustenanemonen (Zoanthus, Palythoa) beim Umgang immer Handschuhe und Augenschutz tragen, da sie Palytoxin enthalten können; die Kolonien niemals abkochen, abbürsten oder unter Druck abspülen.
Welche Wasserwerte brauchen Meerwassertiere?
Die meisten Riffbewohner fühlen sich in diesem Rahmen wohl: Salzgehalt 33–35 ‰ (Dichte etwa 1,023–1,025 bei 25 °C), Temperatur 24–26 °C, pH-Wert 8,0–8,4, KH 7–9 °dH, Calcium 400–450 mg/l und Magnesium 1.250–1.350 mg/l bei niedrigen Nitrat- und Phosphatwerten. Wichtiger als einzelne Spitzenwerte ist, dass die Werte stabil bleiben.
Artspezifische Angaben findest du jeweils in der Artikelbeschreibung.