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Sträflings-Doktorfisch, Acanthurus triostegus
| Deutscher Name: | Sträflings-Doktorfisch |
| Wissenschaftlich: | Acanthurus triostegus |
| Synonyme: | Convict-Doktorfisch, Sträflingsdoktorfisch, Fünfband-Doktorfisch, Convict Tang, Convict Surgeonfish, Fiveband Surgeonfish, Manini |
| Herkunft: | Tropischer Indopazifik von Ostafrika bis in den östlichen Pazifik, Riffdächer und flache Riffzonen |
| Riffaquarium-tauglich: | Überwiegend geeignet für Korallen, Garnelen und andere Wirbellose; Algenfresser, Einzelfälle von Anknabbern nicht ausgeschlossen |
| Verträglichkeit: | Halbwegs friedlich, aber gegenüber Doktorfischen und ähnlich aussehenden Arten oft ruppig; Gruppen nur in sehr großen Becken |
| Wasserwerte: | Dichte 1,022–1,025, pH 8,1–8,4, KH 8–12 °dKH |
| Temperatur: | 24–27 °C |
| Beckengröße: | Ab ca. 400 Liter, Beckenlänge mindestens 150 cm, viel freier Schwimmraum |
| Futter: | Pflanzenfresser: Algenaufwuchs, Nori, Spirulina-Futter, Algenpellets, pflanzliches Frostfutter |
| Schwierigkeitsgrad: | Mittel; robust, aber großes Becken, Wasserqualität und Krankheitsvorsorge wichtig |
| Geschlechts-Unterschiede: | Äußerlich keine verlässlichen Unterschiede bekannt |
| Zucht möglich: | Im Aquarium nicht etabliert; Fortpflanzung mit pelagischen Larven nur aus dem Freiland bekannt |
| Maximale Größe: | Im Handel 5–7 cm; erwachsen meist 15–20 cm, maximal bis ca. 27 cm |
| Liefergröße: | ca. 5,0-7,0 cm |
Herkunft von Sträflings-Doktorfisch (Acanthurus triostegus)
Der Sträflings-Doktorfisch ist einer der am weitesten verbreiteten Doktorfische überhaupt. Er lebt im tropischen Indopazifik, von der ostafrikanischen Küste über den Indischen Ozean und weite Teile des Westpazifiks bis hinaus zu den pazifischen Inseln. Auch im östlichen Pazifik, etwa vom unteren Golf von Kalifornien bis Panama, kommt er vor. Die Hawaii-Population, auf Hawaii „Manini“ genannt, unterscheidet sich durch einen schwarzen Balken, der unter die Brustflosse reicht, und wird in der Literatur gelegentlich als eigene Art oder Unterart geführt. Nach der aktuellen Taxonomie gilt sie jedoch als Teil von Acanthurus triostegus. In der Natur trifft man die Art häufig in flachen, oft stark bewegten Riffbereichen, auf Riffdächern und in Gezeitentümpeln, wo sie in teils großen Schwärmen den Algenbewuchs abweidet. Die Jungfische wachsen nach einer planktonischen Larvenphase im Flachwasser heran; bei Tieren aus Hawaii dauert diese Phase etwa zweieinhalb Monate. Die schwarzen Querstreifen auf hellem, weißlich-grauem bis leicht gelblichem Körper gaben ihm den Namen. Für diesen Artikel ist keine Nachzucht ausgewiesen; die Herkunft der Tiere richtet sich nach der jeweiligen Lieferung. Die Art gilt in der Roten Liste als nicht gefährdet.
Eignung für das Riffaquarium
Korallen: überwiegend geeignet. Als Pflanzenfresser frisst der Sträflings-Doktorfisch Algenaufwuchs und keine Steinkorallen oder Weichkorallen im üblichen Sinn. Ganz ausschließen lässt sich Anknabbern bei einzelnen Tieren nicht, vor allem wenn zu wenig Aufwuchs vorhanden ist oder winzige, frisch angewachsene Ableger betroffen sind. Garnelen, Einsiedler, Krebse, Schnecken und Seeigel: geeignet, sie werden nicht als Nahrung betrachtet. Muscheln und sehr empfindliche Wirbellose: bedingt geeignet, hier hilft Beobachtung in den ersten Wochen. Wichtiger als die Korallenfrage sind die Risiken für Mitbewohner: Wie alle Doktorfische trägt die Art an der Schwanzwurzel scharfe, skalpellartige Stacheln, die bei Auseinandersetzungen andere Fische verletzen können und beim Fangen oder Umsetzen auch die Hand. Ein kräftig durchströmtes Riffbecken mit Gesteinsaufbau ist ideal, solange der Schwimmraum nicht zugebaut wird.
Vergesellschaftung und Verhalten
Der Sträflings-Doktorfisch ist im Vergleich zu vielen Verwandten recht verträglich, aber kein Kuscheltier. Im Meer zieht er oft in Schwärmen, im Aquarium kann er gegenüber Artgenossen und anderen Doktorfischen, besonders bei ähnlicher Körperform oder Färbung, ruppig werden. Mehrere Tiere funktionieren nur in sehr großen Becken und gelingen am besten, wenn sie gleichzeitig eingesetzt werden. In kleineren Aquarien sollte es bei einem einzelnen Tier bleiben. Gegenüber Anemonenfischen, Riffbarschen, Lippfischen oder friedlichen Kaiserfischen verhält er sich in ausreichend großen Becken meist unauffällig. Zu rechnen ist mit einem stetig patrouillierenden Fisch, der Reviere in seinem Bereich verteidigt. Wer weitere Doktorfische pflegen möchte, sollte Beckenlänge, Aufbau und Reihenfolge der Einsetzung gut planen und stets einen Plan B für Aggressionen haben. Kleine, schwächere Fische wie scheue Grundeln brauchen Rückzugsorte außerhalb der Hauptschwimmbahn.
Wasserwerte und Temperatur
Empfohlen wird ein stabiles Riffwasser: Salzgehalt beziehungsweise Dichte 1,022–1,025 (etwa 32–35 ‰), pH-Wert 8,1–8,4, Karbonathärte (KH) 8–12 °dKH und eine Temperatur von 24–27 °C; vereinzelt werden bis 28 °C genannt. Die Art profitiert von sauerstoffreichem Wasser mit starker Strömung und einer leistungsfähigen Filterung, etwa durch Eiweißabschäumer und regelmäßige Teilwasserwechsel. Nitrat und Phosphat sollten nicht dauerhaft hoch sein, zugleich ist ein gewisser Algenaufwuchs auf Gestein und Scheiben als natürliche Nahrung wünschenswert. Starke Schwankungen von Dichte, Temperatur oder KH belasten Doktorfische und begünstigen Krankheiten. Wichtig ist ein ausgereiftes, eingelaufenes Aquarium.
Aquarium und Einrichtung
Obwohl die Tiere mit 5–7 cm noch klein ins Becken kommen, wachsen sie zu aktiven Dauerschwimmern heran. Die Literatur nennt je nach Quelle Mindestgrößen zwischen etwa 280 und 400 Litern; für eine langfristig tiergerechte Haltung eines einzelnen Fisches empfehlen wir mindestens 400 Liter mit einer Beckenlänge von mindestens 150 cm. Für eine Gruppe wird erheblich mehr Platz benötigt. Der Aufbau sollte große freie Schwimmbahnen lassen und zugleich Gestein zum Abweiden und für Verstecke bieten. Das Becken sollte gut abgedeckt sein, da erschreckte Doktorfische springen können; Lücken am Rand oder bei Technikdurchlässen sollten geschlossen werden. Ein zu kleines Becken führt bei Doktorfischen meist zu Stress, Aggressionen und Anfälligkeit für Krankheiten.
Futter und Futterumstellung
Der Sträflings-Doktorfisch ist ein Pflanzenfresser und Algenweider. Im Aquarium sollte das Futter ständig verfügbar sein: Algenaufwuchs auf Gestein, Nori-Algenblätter am Futterclip, Spirulina-haltige Flocken oder Granulate, Algenpellets und pflanzenbetontes Frostfutter. Kleine Gaben von Mysis oder Artemia können das Angebot ergänzen, sollten aber nicht die Hauptsache sein. Die Umstellung auf Trocken- und Frostfutter gelingt bei dieser Art in der Regel gut, da sie als anpassungsfähig gilt; trotzdem sollten Sie in der Anfangszeit mehrmals täglich kleine Portionen anbieten und die Futteraufnahme beobachten. Frisst ein Neuzugang gar nicht oder wird dünn, ist das ein Warnsignal. Eine abwechslungsreiche Fütterung unterstützt Kondition und Immunsystem.
Eingewöhnung
Neuzugänge sollten langsam an Temperatur und Salzgehalt des Beckens angeglichen werden, am besten mit der Tropfmethode über mindestens ein bis zwei Stunden; Beutelwasser nicht ins Aquarium geben. Doktorfische gelten als anfällig für Weißpünktchenkrankheit (Cryptocaryon) und andere Parasiten, daher ist eine Eingewöhnung oder Quarantäne in einem separaten, gut belüfteten Becken sinnvoll. Das Zielbecken sollte bereits eingelaufen sein und Algenaufwuchs bieten, damit der Fisch sofort etwas zum Fressen findet. Während der ersten Tage ist Ruhe wichtig. Beim Umsetzen sind die scharfen Schwanzstacheln zu beachten; das Fangen mit Netz sollte vorsichtig und möglichst im Behältnis erfolgen. In der Natur wurde beobachtet, dass sich die Art bei Bedrohung totstellt; ein regloser Fisch muss also nicht zwingend tot sein, sollte aber genau beobachtet werden.
Geschlechtsunterschiede
Äußerlich lassen sich Männchen und Weibchen beim Sträflings-Doktorfisch nicht verlässlich unterscheiden; ein deutlicher Geschlechtsdimorphismus ist nicht bekannt. Eine Geschlechterbestimmung ist im Handel nicht möglich.
Zucht
Eine Nachzucht im Aquarium ist nicht etabliert; zuverlässig dokumentierte Fortpflanzung im Heimaquarium ist nicht bekannt. Aus dem Freiland ist bekannt, dass die Art einmal jährlich laicht und aus den Eiern durchsichtige, pelagische Larven schlüpfen, die als Plankton im offenen Wasser treiben und sich erst später am Riff zu Jungfischen entwickeln. Für Heimaquarianer ist die Vermehrung deshalb nicht praktikabel.
Endgröße und Lebenserwartung
Erwachsene Tiere erreichen im Mittel etwa 17 cm, in Einzelfällen und in sehr großen Anlagen bis ca. 27 cm; im Aquarium sind meist 15–20 cm realistisch. Die angebotenen Fische mit 5–7 cm sind also noch Jungtiere. Zur Lebenserwartung: Für die Haltung werden häufig 5–7 Jahre genannt, einzelne Quellen sprechen von bis zu 10 Jahren oder mehr, andere Handelsangaben sogar von 8–20 Jahren. Eine vorsichtige Spanne liegt bei etwa 5–10 Jahren bei guter Pflege; verlässliche Angaben zur Lebenserwartung im Freiland liegen nicht vor, Unterschiede zwischen den Geschlechtern sind nicht bekannt.
| Temperaturbereiche: | Mäßig warm (22-23°C) - wenig zuheizen, Warm (24-26°C) - heizen |
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Häufige Fragen (FAQ)
Wie werden Meerwassertiere versendet?
Meerwasserfische, Garnelen, Seesterne, Korallen und Anemonen versenden wir ausschließlich mit dem zugelassenen Tierkurier GO! im Übernachtexpress. Jedes Tier beziehungsweise jede Koralle reist einzeln in einem Beutel mit Meerwasser und Sauerstoff, verpackt in einer isolierten Styroporbox – bei kühler Witterung zusätzlich mit Wärmepack.
Meerwassertiere führen wir als Bestellware mit einer Lieferzeit von 2–5 Tagen. Bitte sorge dafür, dass die Sendung am Liefertag angenommen werden kann, damit die Tiere schnell ins Aquarium kommen.
Wie gewöhne ich Meerwassertiere nach der Ankunft ein?
Dimme zunächst das Licht im Aquarium. Lege die geschlossenen Beutel 15–20 Minuten auf die Wasseroberfläche, damit sich die Temperatur angleicht. Gib dann mit der Tropfmethode langsam Aquarienwasser in ein Gefäß mit den Tieren, bis sich Salzgehalt und pH-Wert angeglichen haben – bei Fischen etwa 30–45 Minuten, bei Garnelen, Seesternen und Seeigeln deutlich langsamer über 60–90 Minuten, denn sie reagieren empfindlich auf Salzgehaltsschwankungen.
Setze die Tiere anschließend um, ohne das Transportwasser ins Aquarium zu geben. Seesterne, Muscheln und Schwämme sollten dabei möglichst nicht an die Luft kommen. Lass das Licht am ersten Tag gedimmt und füttere erst am nächsten Tag.
Was muss ich bei Korallen und Anemonen beachten?
Gewöhne Korallen langsam an das Licht: Platziere sie anfangs etwas tiefer oder schattiger und setze sie erst nach einigen Tagen an ihren endgültigen Platz. Halte Abstand zu Nachbarkorallen, denn viele Arten bilden Nesselfäden. Achte auf eine zur Art passende Strömung.
Anemonen können wandern – sichere Pumpen und Überläufe deshalb mit einem Schutzkorb. Bei Krustenanemonen (Zoanthus, Palythoa) beim Umgang immer Handschuhe und Augenschutz tragen, da sie Palytoxin enthalten können; die Kolonien niemals abkochen, abbürsten oder unter Druck abspülen.
Welche Wasserwerte brauchen Meerwassertiere?
Die meisten Riffbewohner fühlen sich in diesem Rahmen wohl: Salzgehalt 33–35 ‰ (Dichte etwa 1,023–1,025 bei 25 °C), Temperatur 24–26 °C, pH-Wert 8,0–8,4, KH 7–9 °dH, Calcium 400–450 mg/l und Magnesium 1.250–1.350 mg/l bei niedrigen Nitrat- und Phosphatwerten. Wichtiger als einzelne Spitzenwerte ist, dass die Werte stabil bleiben.
Artspezifische Angaben findest du jeweils in der Artikelbeschreibung.