Herkunft von Augenfleck-Anglerfisch (Antennarius biocellatus)
Der Augenfleck-Anglerfisch stammt aus dem tropischen Westpazifik. Nachgewiesen ist er in Indonesien, auf den Philippinen, in Neuguinea, auf den Salomonen, in Palau sowie in Taiwan und Hongkong. Er lebt im Flachwasser bis etwa zehn Meter Tiefe und ist unter den Anglerfischen eine Besonderheit: Während fast alle Verwandten reine Meeresbewohner sind, besiedelt diese Art häufig küstennahe Zonen mit wechselndem Salzgehalt, etwa Mangroven, Flussmündungen und Hafenbecken mit Brackwasser. Dort sitzt sie gut getarnt zwischen Wurzeln, Steinen und Bewuchs und wartet regungslos auf Beute. Mit ihrem umgebildeten ersten Rückenflossenstrahl, der wie eine Angel mit kleinem Köder geformt ist, lockt sie kleine Fische und Krebstiere an und verschlingt sie blitzschnell mit ihrem großen Maul. Benannt ist die Art nach den markanten Augenflecken: Ein dunkler, hell umrandeter Fleck sitzt unterhalb der weichen Rückenflosse, oft ist ein zweiter am Schwanzstiel zu erkennen. Die Grundfärbung variiert je nach Umgebung von grünlich und gelbbraun bis grau und dunkelbraun. Zur Gefährdung liegen bislang zu wenige Daten vor.
Eignung für das Riffaquarium
Der Augenfleck-Anglerfisch ist nur bedingt für ein Riffaquarium geeignet. Korallen, Anemonen, Schnecken und Muscheln lässt er in Ruhe. Als Lauerjäger frisst er jedoch Fische und Garnelen, die in sein Maul passen, und kann dabei Beute verschlingen, die fast so groß ist wie er selbst. Kleine Fische und Garnelen sollten daher nicht mit ihm gepflegt werden.
Vergesellschaftung und Verhalten
Der Augenfleck-Anglerfisch ist ein Einzelgänger und wird am besten allein in einem Artbecken gepflegt. Artgenossen werden oft nicht geduldet und können sogar gefressen werden. Auch kleinere Fische jeder Art gelten als Beute. Allenfalls größere, ruhige Fische, die er nicht verschlingen kann, kommen als Mitbewohner in Frage, sie dürfen ihn aber nicht bedrängen oder ihm das Futter wegschnappen. Wegen seiner trägen Lebensweise fällt er im Gesellschaftsbecken bei der Fütterung schnell zurück.
Wasserwerte und Temperatur
Im Aquarium wird die Art im Meerwasser gepflegt: Dichte 1,020 bis 1,025 bei 25 °C, entsprechend etwa 28 bis 35 Promille Salzgehalt, pH-Wert 8,0 bis 8,4, Karbonathärte 7 bis 10 °dKH und eine Temperatur von 24 bis 28 °C. Als Bewohner von Mangroven und Mündungsbereichen toleriert sie auch einen etwas niedrigeren Salzgehalt im unteren Bereich dieser Spanne. Da Räuber das Wasser stark belasten, sind ein guter Abschäumer und regelmäßige Wasserwechsel wichtig.
Aquarium und Einrichtung
Für ein Einzeltier genügt ein Artbecken ab etwa 100 Litern. Wichtig sind Steinaufbauten, Höhlen und Strukturen, an denen der Anglerfisch getarnt sitzen kann. Die Strömung sollte eher mäßig sein, da er kein ausdauernder Schwimmer ist. Ansaugöffnungen von Pumpen und Überläufen sollten gesichert werden, damit das Tier nicht angesaugt wird.
Futter und Futterumstellung
Der Augenfleck-Anglerfisch ist ein reiner Fleischfresser. Frisch importierte Tiere nehmen häufig zunächst nur lebende Beute an, lassen sich aber mit Geduld auf Frostfutter umstellen, etwa ganze Mysis, Garnelen, Stint und Fischstücke, die an einer Futterzange bewegt werden. Gefüttert wird alle zwei bis drei Tage, da die Art zu Verfettung neigt. Die Futterstücke sollten der Maulgröße angepasst sein.
Eingewöhnung
Den Transportbeutel zunächst etwa 15 bis 20 Minuten im Aquarium schwimmen lassen, damit sich die Temperatur angleicht. Anschließend wird über die Tropfmethode langsam über 45 bis 60 Minuten Beckenwasser zugeführt, bis Salzgehalt und pH-Wert angeglichen sind. Da die Art aus Gebieten mit wechselndem Salzgehalt stammt, sollte vorher der Salzgehalt im Händlerbecken erfragt und gegebenenfalls besonders langsam angepasst werden. Danach den Fisch ohne Transportwasser einsetzen und das Licht gedimmt lassen.
Geschlechtsunterschiede
Männchen und Weibchen lassen sich äußerlich nicht sicher unterscheiden. Laichbereite Weibchen wirken deutlich fülliger.
Zucht
Wie andere Anglerfische legt die Art ihre Eier in einem gallertigen Laichband ab, das frei im Wasser treibt. Eine Nachzucht im Aquarium ist bislang kaum dokumentiert, Nachzuchttiere werden im Handel nicht angeboten.
Endgröße und Lebenserwartung
Der Augenfleck-Anglerfisch erreicht eine Standardlänge von etwa 14 cm. Angeboten werden meist sehr junge Tiere, die bei guter Fütterung rasch wachsen. Zur Lebenserwartung liegen keine verlässlichen Angaben vor.