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Zwergwaldskorpion, Liocheles australasiae

Friedlicher Einsteiger

Sticht selten, stellt sich bei Stress lieber tot

Vermehrung ohne Männchen

Weibchen bekommen Nachwuchs ganz ohne Partner, lebendgebärend

Klein und flach

Nur etwa 2–4 cm lang, lebt unter Rinde und in morschem Holz

Gruppenhaltung möglich

Lebt auch in der Natur gesellig, Jungtiere getrennt aufziehen

Zwergwaldskorpion, Liocheles australasiae


Auf einen Blick: Zwergwaldskorpion, Liocheles australasiae
Deutscher Name:Zwergwaldskorpion
Wissenschaftlich:Liocheles australasiae
Synonyme:Zwerg-Waldskorpion, Dwarf wood scorpion, Liocheles
Herkunft:Indopazifik von Indien und Südchina über Südostasien inklusive Borneo bis Australien und Pazifikinseln
Lebensweise:Bewohner von morschem Holz, loser Rinde und Steinen im feuchten Wald
Aktivitätszeit:Nachtaktiv, tagsüber flach in Spalten versteckt
Haltungsform:Kleine Gruppe möglich; trächtige Weibchen und Jungtiere getrennt halten
Mindestgröße des Terrariums:Orientierung ab etwa 30 × 20 × 20 cm für eine kleine Gruppe
Temperatur und Luftfeuchtigkeit:Tropisch warm, etwa 24–28 °C, relative Luftfeuchte um 70–80 %
Bodengrund und Substrattiefe:Dünne, feuchtigkeitshaltende Schicht aus Kokoshumus mit Laubhumus
Verstecke:Flach aufgelegte oder angelehnte Rindenstücke und Totholz
Futter:Kleine, langsame Futtertiere wie junge Grillen, kleine Schaben, Termiten
Gift und Abwehrverhalten:Sehr friedlich, sticht selten; schwaches Gift, Stich dringt oft nicht durch die Haut
Maximale Größe:Etwa 2,2–3,6 cm Gesamtlänge
Lebenserwartung:Zur Lebenserwartung liegen keine verlässlichen Angaben vor.
Im Detail: Zwergwaldskorpion, Liocheles australasiae

Herkunft und Lebensraum von Zwergwaldskorpion (Liocheles australasiae)

Liocheles australasiae ist einer der am weitesten verbreiteten Skorpione des indopazifischen Raums. Sein Areal reicht von Indien, Sri Lanka und Bangladesch über Südchina, Taiwan, Thailand, Vietnam, Malaysia, Indonesien und die Philippinen bis nach Neuguinea, Nordaustralien und zu zahlreichen Inselgruppen des Pazifiks wie Fidschi, Tonga, Samoa und Französisch-Polynesien. Auch auf Borneo kommt die Art vor, unter anderem in Sarawak. Eine Erklärung für diese enorme Verbreitung liefert die besondere Fortpflanzung: Die meisten Populationen bestehen nur aus Weibchen, die sich ohne Männchen vermehren. Schon ein einzelnes verschlepptes Tier kann so eine neue Population begründen; auf den japanischen Yaeyama-Inseln gilt die Art deshalb als wahrscheinlich eingeschleppt. In der Natur besiedelt der kleine Skorpion feuchte tropische und subtropische Wälder. Er lebt in morschem Holz, unter loser Baumrinde, unter Steinen und am Waldboden zwischen liegendem Totholz. Sein stark abgeflachter Körper ist an das Leben in engen Spalten angepasst. Die Art gehört zur Familie Hormuridae und ist eine ausgesprochen friedliche, unaufgeregte Erscheinung, die sich gut für Einsteiger in die Skorpionhaltung eignet.

Lebensweise und Verhalten

Der Zwergwaldskorpion ist nachtaktiv und verbringt den Tag flach unter Rinde oder in Holzspalten. In der Natur leben oft mehrere Tiere dicht beieinander, weshalb eine kleine Gruppe auch im Terrarium möglich ist. Bei Störung reagiert er bemerkenswert gelassen: Meist macht er nur kurze Ausweichbewegungen, flüchtet erst bei wiederholter Belästigung und stellt sich bei starkem Stress sogar tot. Gegraben wird wenig; die Tiere nutzen lieber vorhandene Hohlräume unter Rinde und Holz.

Terrarium und Ausbruchsschutz

Wegen der geringen Größe genügt für eine kleine Gruppe ein Terrarium oder eine gut belüftete Box ab etwa 30 × 20 × 20 cm als Orientierung. Wichtiger als die Fläche sind ausreichend viele flache Verstecke, damit jedes Tier einen eigenen Platz findet. Da die Tiere sehr flach und klein sind, müssen Deckel und Lüftungsöffnungen besonders fein und dicht sein; Jungtiere entkommen sonst selbst durch kleine Luftlöcher.

Bodengrund und Verstecke

Als Bodengrund genügt eine etwa 3 bis 5 cm hohe, feuchtigkeitshaltende Schicht, zum Beispiel aus Kokoshumus gemischt mit Laubhumus. Darauf kommen Laub und vor allem mehrere Stücke Rinde oder morsches Holz, die flach aufgelegt oder schräg an die Wände gelehnt werden. Unter diesen Strukturen halten sich die Skorpione bevorzugt auf. Der Boden wird leicht feucht gehalten, ohne zu vernässen. Eine kleine, flache Wasserschale oder regelmäßiges Sprühen sorgt für Trinkwasser.

Klima und Beleuchtung

Als Tropenbewohner fühlt sich die Art bei etwa 24 bis 28 °C und einer relativen Luftfeuchte um 70 bis 80 % wohl. Halter berichten, dass ein leichtes Besprühen etwa jede zweite Nacht ausreicht, sofern der Bodengrund die Feuchtigkeit hält. Wichtig ist eine gute Belüftung, damit sich in der feuchten Umgebung kein Schimmel bildet. Ein Feuchtegefälle mit etwas trockeneren Bereichen unter der Rinde lässt die Tiere ihren Platz selbst wählen. Starke Beleuchtung ist nicht erforderlich, eine normale Zimmerbeleuchtung im Tag-Nacht-Wechsel genügt.

Fütterung und Wasser

Der Zwergwaldskorpion bevorzugt kleine, eher langsame Beute. In der Natur stehen unter anderem Termiten auf dem Speiseplan. Im Terrarium werden junge Grillen und Heimchen, kleine Schaben oder zerteilte Mehlwürmer angenommen. Jungtiere brauchen sehr kleine Futtertiere. Nach einer Geburt sollte das Weibchen zuverlässig gefüttert werden, da hungrige Muttertiere sonst ihren Nachwuchs fressen können. Nicht gefressene Futtertiere werden entfernt. Adulte Tiere kommen mit einer Fütterung pro Woche gut aus.

Häutung

Wie alle Skorpione wächst Liocheles australasiae über Häutungen, die die Tiere zurückgezogen unter Rinde oder Holz durchführen. In Haltungsberichten häuteten sich Jungtiere etwa im Monatsabstand. Vor einer Häutung fressen sie nicht. In dieser Zeit sollten keine lebenden Futtertiere im Terrarium bleiben, und die Tiere werden nicht gestört. Ein gleichmäßig feuchter Bodengrund erleichtert den Ausstieg aus der alten Haut. Frisch gehäutete Tiere sind hell und weich und sollten einige Tage in Ruhe aushärten, bevor sie wieder Futter bekommen.

Geschlechtsunterschiede

Bei dieser Art spielt die Geschlechterfrage kaum eine Rolle: Die meisten Populationen bestehen ausschließlich aus Weibchen, die sich ohne Männchen fortpflanzen. In Japan etwa wurden bislang gar keine Männchen gefunden. Für die Haltung bedeutet das, dass jedes adulte Tier Nachwuchs bekommen kann, ohne dass ein Partner nötig ist. Wer mehrere Tiere hält, sollte deshalb früh einplanen, wohin der Nachwuchs später kommt, denn eine Gruppe kann innerhalb kurzer Zeit deutlich wachsen.

Fortpflanzung

Liocheles australasiae pflanzt sich in den meisten Populationen durch Jungfernzeugung fort. Im Labor wurde dies über fünf Generationen in Folge nachgewiesen, und Weibchen können mehrfach hintereinander Nachwuchs bekommen. Die Art ist lebendgebärend: Die Jungtiere werden geboren und klettern sofort auf den Rücken der Mutter. Ein Wurf umfasst meist um die 20 Jungtiere, gelegentlich auch etwa doppelt so viele. Trächtige Weibchen sollten einzeln gesetzt werden, und die Jungtiere werden nach dem Verlassen des Mutterrückens bis etwa zum fünften Stadium getrennt aufgezogen, da Kannibalismus vorkommt.

Endgröße und Lebenserwartung

Der Zwergwaldskorpion ist ein kleiner Skorpion mit etwa 2,2 bis 3,6 cm Gesamtlänge. Typisch für die Art ist ihr stark abgeflachter, dunkel rotbraun bis schwarz gefärbter Körper mit vergleichsweise kräftigen Scheren und einem eher dünnen Schwanz. Frisch geborene Jungtiere sind winzig, wachsen bei guter Versorgung aber zügig und erreichen nach einigen Monaten bereits gut die Hälfte der Endgröße. Zur Lebenserwartung liegen keine verlässlichen Angaben vor.

Giftwirkung, Abwehrverhalten und Sicherheit

Die Art gilt als ausgesprochen friedlich. Sie zwickt und sticht nur selten und stellt sich bei starker Bedrängung lieber tot. Konkrete Daten zur Giftwirkung liegen nicht vor; wegen der geringen Größe dringt der Stachel oft nicht einmal durch die menschliche Haut, sodass der Zwergwaldskorpion als harmlos für Menschen gilt. Wie bei jedem Gifttier können Allergiker dennoch empfindlich reagieren, deshalb gilt: nicht mit bloßen Händen anfassen, sondern mit Pinsel und Gefäß umsetzen. Die Art fällt nicht unter das Washingtoner Artenschutzübereinkommen, ist nach der Bundesartenschutzverordnung nicht meldepflichtig und gehört nicht zu den gefährlichen Skorpionfamilien der Gefahrtierverordnungen.

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