Westafrikanische Geißelspinne, Damon johnstonii
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Westafrikanische Geißelspinne, Damon johnstonii
| Deutscher Name: | Westafrikanische Geißelspinne |
| Wissenschaftlich: | Damon johnstonii |
| Synonyme: | Geißelspinne, Geisselspinne, Tailless whip scorpion, Whip spider |
| Herkunft: | Westliches Zentralafrika: Nigeria, Kamerun, Äquatorialguinea mit Bioko, Gabun, Republik Kongo und DR Kongo |
| Lebensweise: | Nachtaktiver Lauerjäger an senkrechten Flächen in Spalten, unter Rinde und Steinen |
| Aktivitätszeit: | Dämmerungs- und nachtaktiv, tagsüber versteckt |
| Haltungstyp: | Einzelhaltung in einem hohen, ausbruchsicheren Regenwaldterrarium |
| Mindestgröße des Terrariums: | Orientierung ab etwa 40 × 30 × 50 cm (L × B × H) für ein adultes Tier |
| Temperatur und Luftfeuchtigkeit: | Etwa 24–28 °C, relative Luftfeuchte um 70–85 %, gute Belüftung |
| Bodengrund: | 5–8 cm leicht feuchte Erde oder Kokoshumus mit Laubauflage |
| Verstecke und Gespinst: | Baut kein Netz; senkrechte Korkröhren und Rindenspalten als Verstecke |
| Futter: | Heimchen, Grillen, Schaben und andere passende Futterinsekten |
| Gift und Abwehrverhalten: | Ungiftig, keine Brennhaare; Flucht, selten Kneifen mit den bedornten Pedipalpen |
| Körpergröße und Beinspannweite: | Körperlänge etwa 3–4 cm, mit Tastbeinen ein Vielfaches davon |
| Lebenserwartung: | Artspezifisch nicht belegt; Geißelspinnen allgemein etwa 5–10 Jahre in Terrarienhaltung |
Herkunft und Lebensraum von Westafrikanische Geißelspinne (Damon johnstonii)
Damon johnstonii ist eine große Geißelspinne aus dem westlichen Zentralafrika. Gesicherte Nachweise stammen aus Nigeria, Kamerun, Äquatorialguinea einschließlich der Insel Bioko, Gabun sowie aus der Republik Kongo und der Demokratischen Republik Kongo; der Typusfundort liegt im Südwesten Kameruns nahe der Küste. Die Art gehört zur westafrikanischen Gruppe der Gattung Damon, deren Vertreter feuchte Regenwälder, Höhlen und feuchtere Savannenbereiche besiedeln. Wie die meisten Damon-Arten lebt sie überwiegend oberirdisch und verbringt den Tag flach angepresst in Felsspalten, unter Steinen, hinter loser Rinde oder in Baumhöhlen. Erst in der Dunkelheit verlässt sie ihr Versteck und tastet Stämme, Felswände und Bodenstreu nach Beute ab. Wichtig für das Verständnis dieses Tieres: Geißelspinnen sind trotz ihres Namens keine echten Spinnen. Sie bilden eine eigene Ordnung der Spinnentiere, die Amblypygi, besitzen weder Giftdrüsen noch Spinndrüsen und bauen daher auch keine Netze. Ihr vorderes Beinpaar ist zu langen, peitschenartigen Tastorganen umgebildet, mit denen sie sich im Dunkeln orientieren. Für das Terrarium bedeutet die Herkunft aus dem tropischen Tiefland vor allem gleichmäßige Wärme, hohe Luftfeuchte und senkrechte, raue Flächen mit engen Spalten, die den natürlichen Tagesverstecken nachempfunden sind.
Lebensweise und Haltungstyp
Damon johnstonii ist ein nachtaktiver Lauerjäger, der tagsüber meist kopfüber oder seitlich an einer senkrechten Fläche in seinem Versteck sitzt. Mit Einbruch der Dunkelheit wird er aufmerksamer, bewegt die langen Tastbeine unablässig und wartet auf vorbeilaufende Insekten. Hat er ein Beutetier geortet, schnellen die bedornten Fangarme, die Pedipalpen, blitzartig nach vorn und halten es fest. Bei Störung huscht die Geißelspinne mit überraschender Geschwindigkeit seitwärts in die nächste Spalte, denn ihr flacher Körper passt in schmalste Ritzen. Über das Sozialverhalten gerade dieser Art ist wenig bekannt. Anders als bei der verwandten Damon diadema fehlen belastbare Berichte über eine dauerhaft friedliche Gruppenhaltung, daher ist die Einzelhaltung die sichere Wahl.
Terrarium
Entscheidend ist die Höhe: Geißelspinnen leben an senkrechten Strukturen und häuten sich hängend. Für ein ausgewachsenes Tier dieser großen Art ist ein Terrarium ab etwa 40 × 30 × 50 cm (Länge × Breite × Höhe) eine sinnvolle Orientierung, mehr Höhe ist immer von Vorteil. Die Rückwand sollte mit Kork oder einem anderen rauen Material verkleidet sein, damit das Tier überall Halt findet. Da die Tastbeine kleinste Öffnungen erreichen, müssen Lüftungsgitter, Türen und Kabeldurchführungen dicht schließen. Eine Fronttür ist praktisch, weil Pflegearbeiten dann nicht direkt über dem Tier stattfinden.
Bodengrund, Einrichtung und Fallhöhe
Als Bodengrund eignet sich eine etwa 5 bis 8 cm hohe Schicht aus ungedüngter Erde oder Kokoshumus, gern mit etwas Sand gemischt und mit Laub abgedeckt. Das Substrat speichert Feuchtigkeit und stabilisiert so das Kleinklima im Terrarium. Wichtiger als der Boden sind jedoch die Verstecke: Senkrecht an die Rückwand gelehnte Korkröhren oder Rindenstücke mit schmalen Spalten bilden den bevorzugten Aufenthaltsort. Ein Netz baut die Art nicht, Gespinste spielen bei Geißelspinnen keine Rolle. Eine flache Wasserschale mit sauberem Wasser sollte nicht fehlen.
Klima und Beleuchtung
Als Regenwaldbewohner braucht Damon johnstonii gleichmäßige Wärme und hohe Luftfeuchte. Bewährt haben sich Tagestemperaturen von etwa 24 bis 28 °C mit leichter nächtlicher Absenkung und eine relative Luftfeuchte um 70 bis 85 %. Dazu wird ein Teil des Bodengrunds dauerhaft leicht feucht gehalten und das Terrarium alle ein bis zwei Tage gesprüht, vorzugsweise an die Wände statt direkt auf das Tier. Gleichzeitig ist eine gute Belüftung wichtig, damit sich weder Schimmel noch stehende, verbrauchte Luft bilden. Eine helle Beleuchtung braucht das nachtaktive Tier nicht.
Fütterung und Wasserversorgung
Damon johnstonii ernährt sich räuberisch von Insekten und anderen Wirbellosen. Im Terrarium werden Heimchen, Grillen, Schaben und andere Futterinsekten angenommen, deren Größe ungefähr der Körperlänge des Tieres entsprechen darf. Adulte Tiere werden etwa einmal pro Woche mit ein bis zwei Futtertieren versorgt, Jungtiere häufiger. Nicht gefressene Beute sollte nach einem Tag entfernt werden, vor allem wenn eine Häutung ansteht. Frisches Trinkwasser in einer flachen Schale gehört zur Grundausstattung.
Häutung
Wie alle Geißelspinnen wächst Damon johnstonii über Häutungen. Dazu hängt sich das Tier an die Unterseite einer überhängenden oder senkrechten Fläche, sodass die Schwerkraft beim Ausstieg aus der alten Haut hilft. Diese Phase ist die heikelste im Leben einer Geißelspinne: Fehlt ausreichend Höhe oder ist die Luft zu trocken, kann das Tier in der alten Haut stecken bleiben oder sich die langen Tastbeine verletzen. Vor und kurz nach der Häutung frisst es in der Regel nicht. In dieser Zeit dürfen keine Futtertiere im Terrarium sein, und auch danach braucht der noch weiche Panzer einige Tage Ruhe, bevor wieder gefüttert wird.
Einzelhaltung und sicherer Umgang
Geißelspinnen sind Beobachtungstiere und sollten nicht auf die Hand genommen werden. Sie sind schnell, schreckhaft und können sich beim Flüchten oder Herunterfallen die empfindlichen Tastbeine verletzen. Für Pflegearbeiten und Umsetzungen nutzt man am besten ein durchsichtiges Gefäß, das langsam über das Tier gestülpt wird, oder man leitet es mit einem weichen Pinsel vorsichtig hinein. Wer ruhig arbeitet und dem Tier stets einen Fluchtweg ins Versteck lässt, erlebt eine faszinierende und vergleichsweise unkomplizierte Art.
Geschlechtsunterschiede
Männchen und Weibchen unterscheiden sich bei Geißelspinnen vor allem in Größe und Form der Pedipalpen. Für Damon johnstonii liegen dazu nur wenige veröffentlichte Detailangaben vor, und eine sichere Bestimmung erfordert Erfahrung, etwa durch das Betrachten der Genitalregion an der Bauchseite oder einer frischen Häutungshaut. Bei Jungtieren ist eine Unterscheidung kaum möglich. Eindeutig ist ein Weibchen erst dann zu erkennen, wenn es einen Eisack unter dem Hinterleib trägt.
Fortpflanzung
Die Fortpflanzung verläuft wie bei allen Geißelspinnen über eine indirekte Samenübertragung. Das Männchen setzt nach einem ausgedehnten Balzritual gestielte Samenpakete auf dem Boden ab und führt das Weibchen mit den Pedipalpen darüber. Später trägt das Weibchen die befruchteten Eier in einem Brutsack an der Unterseite des Hinterleibs. Die schlüpfenden Jungtiere klettern auf den Rücken der Mutter und bleiben dort bis zur ersten Häutung; fallen sie vorher herunter, überleben sie nicht. Für eine Verpaarung werden die Tiere nur kurz und unter Beobachtung zusammengesetzt. Artspezifische Zuchtberichte für Damon johnstonii sind rar, die Nachzucht ist daher eher etwas für erfahrene Halter.
Größe und Lebenserwartung
Damon johnstonii gehört zu den großen Arten der Gattung: Die Körperlänge ausgewachsener Tiere liegt bei etwa 3 bis 4 cm. Durch die seitlich ausgestreckten Laufbeine und vor allem die extrem langen, peitschenartigen Tastbeine wirkt das Tier um ein Vielfaches größer, als es die reine Körperlänge vermuten lässt. Artspezifische Daten zur Lebenserwartung gibt es nicht; für Geißelspinnen allgemein wird in Terrarienhaltung eine Lebenserwartung von etwa fünf bis zehn Jahren angegeben.
Gift, Brennhaare und Sicherheit
Geißelspinnen besitzen keine Giftdrüsen und sind für Menschen ungefährlich. Ihre wichtigste Verteidigung ist die Flucht: Bei Gefahr rasen sie seitwärts in eine enge Spalte. Wird ein Tier festgehalten oder in die Enge getrieben, kann es mit den kräftigen, bedornten Pedipalpen zukneifen. Bei großen Tieren wie Damon johnstonii kann das kleine, dornartige Einstiche in der Haut hinterlassen, die unangenehm, aber harmlos sind. Brennhaare besitzt die Art nicht, Bisse sind sehr selten.
Nice-to-Know
Kenner erkennen Damon johnstonii an einem vergrößerten Stirnfortsatz vor den Mittelaugen zwischen den Cheliceren, der als typisches Merkmal dieser Art gilt. Auch die Benennung hat eine kleine Geschichte: Beschrieben wurde die Art 1894 als Titanodamon johnstonii. Der eigentlich ältere Name Damon australis wurde später offiziell unterdrückt, damit der eingeführte Name johnstonii gültig bleibt. Die Art ist weder im Washingtoner Artenschutzübereinkommen gelistet noch nach der Bundesartenschutzverordnung meldepflichtig.
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Häufige Fragen (FAQ)
Wie werden Spinnen & Insekten versendet?
Die Spinnen und Insekten versenden wir, nach Ihrer Wahl, mit DHL oder per GO! in einer Thermobox. Die Tiere werden sicher verpackt und bei Kälte mit Heatpacks geschützt. Bei Nachtfrost empfehlen wir Ihnen dringend den GO-Tierkurier-Versand auszuwählen!
Geschlechtsauswahl bei unseren Spinnen&Insekten
Wenn wir eine gezielte Auswahl des Geschlechts bei Tieren vornehmen können ist dies immer direkt am Artikel angegeben. Bei vielen Tieren geht das leider aus verschiedenen Gründen nicht. Zum Beispiel weil bei Jungtieren die Färbung beider Geschlechter identisch ist, weil es keine äußeren Geschlechtsmerkmale gibt, weil wir beispielsweise immer nur ein Geschlecht geliefert bekommen oder aus diversen anderen Gründen.
Wir versuchen immer den Wünschen unserer Kunden nachzukommen wenn das irgendwie möglich ist.