Rotband-Schmetterlingsagame, Leiolepis rubritaeniata
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Rotband-Schmetterlingsagame, Leiolepis rubritaeniata
| Deutscher Name: | Rotband-Schmetterlingsagame |
| Wissenschaftlich: | Leiolepis rubritaeniata |
| Synonyme: | Rotgebänderte Schmetterlingsagame, Red-banded Butterfly Lizard |
| Herkunft: | Thailand, Laos, Kambodscha und südliches Zentralvietnam |
| Lebensweise: | Bodenbewohnend und grabend; lebt in selbst angelegten Erdbauen |
| Aktivitätszeit: | Tagaktiv und sonnenliebend; nachts im verschlossenen Bau |
| Haltungsform: | Geräumiges, helles Trockenterrarium mit sehr tiefem Grabsubstrat |
| Mindestgröße des Geheges: | Für ein Einzeltier ab etwa 120 × 60 × 60 cm, für ein Paar deutlich größer |
| Temperaturzonen: | Tagsüber 26–32 °C, Sonnenplatz 40–45 °C, nachts 22–24 °C |
| Luftfeuchtigkeit: | Oberfläche eher trocken, etwa 50–70 %; tiefere Bodenschichten leicht feucht |
| UV und Beleuchtung: | Sehr helles Licht, kräftiges UVB und Wärmestrahler, etwa 12–13 Stunden |
| Bodengrund: | Mindestens 30, besser 40 cm tiefes, standfestes Sand-Lehm-Erde-Gemisch |
| Futter: | Insekten und andere Wirbellose plus Wildkräuter, Blätter und Blüten |
| Sozialverhalten: | Einzeln oder als Paar; Männchen untereinander unverträglich |
| Maximale Größe: | Kopf-Rumpf-Länge etwa 9–12 cm, Gesamtlänge meist 20–24 cm |
| Lebenserwartung: | Keine verlässlichen Angaben |
| Schutzstatus und Nachweise: | Nicht in CITES- oder EU-Anhängen; keine Meldepflicht |
Herkunft, Lebensraum und Verhalten von Rotband-Schmetterlingsagame (Leiolepis rubritaeniata)
Die Rotband-Schmetterlingsagame ist in Südostasien zu Hause. Ihr Verbreitungsgebiet umfasst West- und Zentralthailand mit dem Khorat-Plateau, Laos, Kambodscha und das südliche Zentralvietnam. Beschrieben wurde sie 1961 zunächst als Unterart, heute gilt sie als eigenständige Art. Besiedelt werden offene, sonnige und flache Lebensräume mit lockerem, sandigem oder lehmig-sandigem Boden, etwa lichte Waldgebiete, Grasland und offene Sandflächen. In Thailand lebt sie sogar auf den Dämmen zwischen Reisfeldern. Jedes Tier gräbt dort einen eigenen Bau, in den es sich nachts und bei Gefahr zurückzieht. Jeden Abend wird der Eingang mit lockerem Sand verschlossen und morgens, meist zwischen halb sieben und halb neun, wieder geöffnet. Nach dem Verlassen des Baus sonnt sich die Agame ausgiebig und spreizt dabei die Rippen, sodass die farbigen Hautfalten an den Flanken sichtbar werden. Das Klima der Heimat ist tropisch, mit Monatsmitteln um 30 °C in der warmen Jahreszeit und einer ausgeprägten Regenzeit von Mai bis Oktober. An Regentagen bleiben die Tiere oft in ihren Bauen. Für die Haltung bedeutet das: viel Wärme, sehr helles Licht und vor allem tiefer, grabfähiger Boden.
Das richtige Gehege
Schmetterlingsagamen sind flinke Läufer und Gräber, die viel Grundfläche nutzen. Für ein einzelnes Tier sollte das Terrarium mindestens 120 × 60 × 60 cm messen, für ein Paar deutlich mehr. Entscheidend ist die nutzbare Bodentiefe: Ein großer Teil der Höhe wird vom Grabsubstrat eingenommen, deshalb muss die Frontscheibe ausreichend hoch über dem Bodengrund beginnen oder das Substrat sicher zurückgehalten werden. Sehr gute Belüftung ist Pflicht, damit sich trotz feuchter Tiefenschichten keine stickige Luft bildet. Die Tiere sind schreckhaft und reagieren auf Bewegungen vor dem Terrarium mit Flucht in den Bau; ein ruhiger Standort ohne ständigen Durchgangsverkehr ist daher ideal.
Einrichtung, Bodengrund und Bepflanzung
Herzstück der Einrichtung ist ein mindestens 30, besser 40 cm tiefes Gemisch aus Sand, Lehm und etwas Erde, das leicht angefeuchtet und festgedrückt wird, damit gegrabene Gänge stabil bleiben und nicht einstürzen. In der Tiefe sollte das Substrat stets leicht feucht sein, an der Oberfläche darf es abtrocknen. Flache Steinplatten, die direkt auf dem Terrarienboden stehen oder fest im Substrat liegen, bieten Sonnenplätze und Ansatzpunkte für Baue. Einzelne Wurzeln und trockenheitsverträgliche Pflanzen strukturieren die Fläche, ohne die offenen Laufflächen zu verbauen. Ein flacher Wassernapf ergänzt die Einrichtung. Schwere Teile müssen gegen Untergraben gesichert sein.
UV, Beleuchtung und Wärme
Als tagaktive, sonnenhungrige Agame benötigt Leiolepis rubritaeniata sehr helles Licht. Eine Kombination aus kräftiger Grundbeleuchtung, einem gut regelbaren Wärmestrahler für den Sonnenplatz und einer leistungsstarken UVB-Lampe ist unverzichtbar, denn ohne UVB drohen Störungen im Calciumstoffwechsel. Die Beleuchtungsdauer liegt bei etwa zwölf bis 13 Stunden. Am Sonnenplatz werden 40 bis 45 °C erreicht, während der übrige Teil des Terrariums deutlich kühler bleibt. Die UVB-Quelle hängt in passendem Abstand zum Sonnenplatz und wird regelmäßig nach Herstellerangabe ersetzt.
Klima, Wasser und Luftfeuchtigkeit
Tagsüber sind im Terrarium 26 bis 32 °C passend, am Sonnenplatz lokal 40 bis 45 °C. Nachts darf die Temperatur auf etwa 22 bis 24 °C sinken. Die Luft sollte eher trocken bis mäßig feucht sein, etwa 50 bis 70 %, während die tieferen Substratschichten stets leicht feucht bleiben müssen. Dort, im Bau, findet die Agame ein ausgeglichenes, feuchteres Mikroklima, das für Häutung und Wasserhaushalt wichtig ist. Regelmäßiges Befeuchten des Bodens an einer Stelle, ohne die Oberfläche zu vernässen, hält diese Tiefenfeuchte aufrecht. Ein deutliches Gefälle zwischen warmer und kühler Seite erlaubt dem Tier die selbstständige Temperaturwahl.
Fütterung und Mineralversorgung
Die Rotband-Schmetterlingsagame ist ein Allesfresser. In der Natur frisst sie Insekten und andere Wirbellose, gelegentlich kleine Wirbeltiere, aber auch Gras, Blätter, Blüten und Früchte. Im Terrarium bewährt sich eine Mischkost aus lebenden Futterinsekten wie Heimchen, Grillen, Schaben und Heuschrecken sowie Wildkräutern wie Löwenzahn, Wegerich und Klee, ergänzt durch essbare Blüten. Die Insekten werden regelmäßig mit Calcium bestäubt, ein Vitaminpräparat ergänzt die Versorgung in größeren Abständen. Pflanzliches Futter wird frisch angeboten und täglich erneuert, damit es nicht welkt oder verdirbt.
Sozialverhalten
Männchen sind untereinander unverträglich und tragen Kämpfe aus; sie dürfen daher nie gemeinsam gehalten werden. Bei Begegnungen zeigen die Tiere Kopfnicken, Liegestütze, Verfolgungsjagden und das Spreizen der farbigen Flanken. Ein Männchen kann mit einem Weibchen in einem ausreichend großen Terrarium leben, sofern beide eigene Baue und Sonnenplätze haben. Die Tiere bleiben scheu und reagieren in der Natur auf Menschen schon aus etwa zehn Metern Entfernung mit Flucht. Im Terrarium gewöhnen sie sich an ruhige, regelmäßige Abläufe, zum Anfassen eignen sie sich jedoch nicht.
Geschlechtsunterschiede
Männchen werden deutlich größer als Weibchen: Bei Messungen in Thailand erreichten Männchen rund 12 cm Kopf-Rumpf-Länge, ein Weibchen knapp 9 cm. Männchen zeigen an den Flanken leuchtend gefärbte Hautfalten mit roten Querbändern, die sie beim Imponieren durch Spreizen der Rippen präsentieren; ihre Rückenzeichnung ist dagegen stark reduziert. Weibchen sind kleiner und schlichter gefärbt und behalten eine deutlichere Rückenzeichnung. Bei Jungtieren ist der Unterschied noch kaum zu erkennen.
Fortpflanzung und Inkubation
Leiolepis rubritaeniata pflanzt sich zweigeschlechtlich fort; anders als bei einigen Verwandten der Gattung sind keine eingeschlechtlichen Populationen bekannt. Wie alle Schmetterlingsagamen legt sie Eier, die im Erdreich abgelegt werden. Genaue Angaben zu Gelegegröße und Zeitigungsdauer sind für diese Art kaum veröffentlicht. Für eine Nachzucht sind ein ausreichend tiefer, an der Basis feuchter Boden, eine sehr gute Calcium- und UVB-Versorgung des Weibchens und eine stressarme Haltung entscheidend. Gefundene Eier können in einem Inkubator bei gleichmäßigen, moderat warmen Temperaturen gezeitigt werden.
Winterruhe oder saisonale Ruhe
Eine echte Winterruhe hält die Art nicht. In ihrer Heimat gibt es jedoch kühlere Monate mit Monatsmitteln um 22 bis 24 °C und eine Regenzeit, in der die Tiere an Regentagen oft im Bau bleiben. Im Terrarium kann man dies durch eine mehrwöchige Phase mit leicht gesenkten Temperaturen und etwas kürzerer Beleuchtung nachbilden. Das unterstützt einen natürlichen Jahresrhythmus und kann die Fortpflanzungsbereitschaft fördern. Nur gesunde, gut genährte Tiere sollten eine solche Phase durchlaufen.
Endgröße und Lebenserwartung
Die Rotband-Schmetterlingsagame ist eine der kleineren Arten ihrer Gattung. Erwachsene Tiere erreichen eine Kopf-Rumpf-Länge von etwa 9 bis 12 cm und mit Schwanz meist 20 bis 24 cm. Männchen werden deutlich größer als Weibchen. Der Körper ist abgeflacht, die Flanken tragen dehnbare Hautfalten, die beim Sonnen und Imponieren entfaltet werden. Im Vergleich zu großen Verwandten wie der Vietnam-Schmetterlingsagame bleibt sie damit deutlich handlicher. Zur Lebenserwartung liegen keine verlässlichen Angaben vor.
Schutzstatus und rechtliche Hinweise
Leiolepis rubritaeniata ist weder im Washingtoner Artenschutzübereinkommen noch in den Anhängen der EU-Artenschutzverordnung gelistet und unterliegt in Deutschland keiner Meldepflicht nach der Bundesartenschutzverordnung. Ein CITES-Dokument ist nicht erforderlich. Den Kaufbeleg sollten Sie dennoch als Herkunftsnachweis aufbewahren. Auf der Roten Liste der IUCN gilt die Art als nicht gefährdet. Unabhängig davon gelten selbstverständlich die allgemeinen tierschutzrechtlichen Anforderungen an eine artgerechte Haltung.
Risiken und sicherer Umgang
Die Rotband-Schmetterlingsagame ist ungiftig. Sie ist jedoch sehr flink und schreckhaft und kann bei Bedrängnis kräftig zubeißen; ein Biss ist harmlos, kann aber schmerzhaft sein. Beim Umsetzen ist Vorsicht geboten, da die Tiere blitzschnell flüchten und sich in Spalten zwängen. Wie bei allen Reptilien gehört nach Kontakt mit Tier, Substrat oder Einrichtung gründliches Händewaschen zur Hygiene. Kinder sollten nur unter Aufsicht mit dem Tier umgehen.
Nice-to-Know
Der Name Schmetterlingsagame bezieht sich auf die farbigen Hautfalten der Flanken, die beim Spreizen der Rippen an ausgebreitete Schmetterlingsflügel erinnern. Lange wurde die Art als Unterart von Leiolepis belliana und später von Leiolepis reevesii geführt, bevor sie als eigene Art anerkannt wurde. In Florida ist sie inzwischen eingeschleppt worden und dort in Wohngebieten auf sonnigen Rasenflächen zu beobachten. Ihr Bau besitzt meist zwei Ausgänge, durch die sie bei Gefahr blitzschnell verschwinden kann.
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Häufige Fragen (FAQ)
Wie werden Reptilien versendet?
Alle Reptilien sind Wirbelltiere und werden von uns, gemäß den gesetzlichen Bestimmungen, mit einem speziellen Tierkurier (GO!) per Übernachtexpress versendet. Der Versand von Reptilien erfolgt immer in einer stabilen, dickwandigen Styroporbox. Bei niedrigen Außentemperaturen werden die Tiere mit Heatpacks zusätzlich vor kalten Temperaturen geschützt.
Geschlechtsauswahl bei unseren Reptilien
Wenn wir eine gezielte Auswahl des Geschlechts bei Tieren vornehmen können ist dies immer direkt am Artikel angegeben. Bei vielen Tieren geht das leider aus verschiedenen Gründen nicht. Zum Beispiel weil bei Jungtieren die Färbung beider Geschlechter identisch ist, weil es keine äußeren Geschlechtsmerkmale gibt, weil wir beispielsweise immer nur ein Geschlecht geliefert bekommen oder aus diversen anderen Gründen.
Wir versuchen immer den Wünschen unserer Kunden nachzukommen wenn das irgendwie möglich ist.