Lunula-Riesenkrabbenspinne, Heteropoda lunula
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Lunula-Riesenkrabbenspinne, Heteropoda lunula
| Deutscher Name: | Lunula-Riesenkrabbenspinne |
| Wissenschaftlich: | Heteropoda lunula |
| Synonyme: | Lunula Huntsman |
| Herkunft: | Süd- und Südostasien von Indien und Südchina bis Indonesien |
| Lebensweise: | Große, baumbewohnende Jagdspinne ohne Fangnetz |
| Aktivitätszeit: | Nachtaktiv, tagsüber meist ruhig im Versteck |
| Haltungstyp: | Einzelhaltung im hohen, ausbruchsicheren Terrarium |
| Mindestgröße des Terrariums: | Deutlich höher als breit, für Adulte ab etwa 30 × 30 × 45 cm |
| Temperatur und Luftfeuchtigkeit: | Tropisch-warm, etwa 24–28 °C, leicht feuchter Bodengrund |
| Bodengrund: | Einige Zentimeter feuchthaltende Humuserde, etwas Laub |
| Verstecke und Gespinst: | Kein Fangnetz; senkrechte Korkrinde als enges Versteck |
| Futter: | Lebende Futterinsekten wie Grillen, Schaben, Heuschrecken |
| Gift und Abwehrverhalten: | Sehr schnell; Biss schmerzhaft, Giftwirkung kaum dokumentiert |
| Körpergröße und Beinspannweite: | Große Art der Gattung; belastbare Maße kaum dokumentiert |
| Lebenserwartung: | Keine verlässlichen Angaben |
Herkunft und Lebensraum von Lunula-Riesenkrabbenspinne (Heteropoda lunula)
Die Lunula-Riesenkrabbenspinne besitzt ein ausgesprochen großes Verbreitungsgebiet in Süd- und Südostasien. Nachweise reichen von Indien über Laos, Vietnam und Thailand bis auf die Malaiische Halbinsel und nach Singapur. Nach Osten kommt sie auf den indonesischen Inseln Sumatra, Borneo und Java bis zu den Molukken vor. Ein Nachweis aus China, aus der Provinz Yunnan, wurde erst in jüngerer Zeit veröffentlicht, und auch für Singapur wurde die Art 2024 erstmals offiziell dokumentiert. Beschrieben wurde sie bereits 1857 von Carl Ludwig Doleschall, damals noch unter dem Namen Olios lunula. Im Lauf der Zeit erhielt die Art zahlreiche weitere Namen, die erst 2002 von Peter Jäger als Synonyme zusammengeführt wurden. In ihrer Heimat lebt die Spinne in tropischen Wäldern, wo sie nachts an Baumstämmen, zwischen Rinde und auf Pflanzen jagt und sich tagsüber in Spalten oder unter loser Rinde verbirgt. Als große und zugleich verbreitete Heteropoda-Art ist sie auch in der Terraristik gut bekannt.
Lebensweise und Haltungstyp
Heteropoda lunula ist eine typische Riesenkrabbenspinne: Sie baut kein Fangnetz, sondern lauert nachts an senkrechten Flächen auf Beute und überwältigt sie mit einem blitzschnellen Vorstoß. Tagsüber sitzt sie meist ruhig und flach angedrückt in ihrem Versteck. Halter beschreiben sie im Vergleich zu anderen Heteropoda-Arten tagsüber als relativ gelassen, bei Störung kann sie aber sehr schnell davonlaufen und auch an Glas hinaufklettern. Die Haltung erfolgt grundsätzlich einzeln.
Terrarium
Als große, kletternde Art braucht diese Spinne vor allem Höhe. Für ein erwachsenes Tier ist ein gut belüftetes Terrarium ab etwa 30 × 30 × 45 cm sinnvoll, gerne auch etwas größer. Jungtiere werden zunächst in kleineren Behältern gehalten, in denen sie Futter und Feuchtigkeit leichter finden. Wichtig sind eine wirksame Querlüftung und ein lückenlos schließender Deckel, denn der flache Körper passt durch schmale Spalten. Rückwand oder Seitenwände können mit Kork verkleidet werden, um zusätzliche Sitzflächen zu schaffen.
Bodengrund, Einrichtung und Fallhöhe
Der Bodengrund besteht aus einigen Zentimetern feuchthaltendem Kokoshumus oder ungedüngter Erde, gerne mit einer Lage Laub. Er dient in erster Linie als Feuchtigkeitsspeicher und sollte gleichmäßig leicht feucht bleiben. Zentrales Einrichtungselement ist eine senkrecht oder schräg gestellte Korkrinde, hinter der ein schmaler Spalt als Versteck entsteht. Äste und robuste Pflanzen ergänzen die Kletter- und Sitzmöglichkeiten, ohne das Terrarium zu überladen.
Klima und Beleuchtung
Passend zur tropischen Herkunft sind Temperaturen von etwa 24 bis 28 °C am Tag mit einer leichten Absenkung in der Nacht. Halter berichten von guten Erfahrungen mit leicht feucht gehaltenem Bodengrund und regelmäßigem Sprühen, damit die Spinne Wassertropfen aufnehmen kann. Größere Tiere können zusätzlich eine kleine flache Wasserschale nutzen. Die Luft sollte trotz Feuchtigkeit nicht stehen, gute Belüftung beugt Schimmel und Milben vor. Eine zusätzliche Beleuchtung ist für die nachtaktive Spinne nicht notwendig.
Fütterung und Wasserversorgung
Auf dem Speiseplan stehen lebende Futterinsekten wie Grillen, Heimchen, Schaben und Heuschrecken, die nicht größer als der Hinterleib der Spinne sein sollten. Halter beschreiben die Art als wählerisch, aber mit hohem Stoffwechsel und raschem Wachstum. Deshalb lieber häufiger kleinere Beute anbieten als selten große Brocken. Mehlwürmer gelten unter Haltern als wenig geeignet. Nicht gefressene Futtertiere werden nach einigen Stunden entfernt, besonders vor und nach einer Häutung.
Häutung
Kündigt sich eine Häutung an, frisst die Spinne nicht mehr und zieht sich zurück. Die Häutung erfolgt in der Regel kopfüber hängend an Rinde oder einem Ast. In dieser empfindlichen Phase darf sie weder gestört noch umgesetzt werden, und es dürfen keine lebenden Futtertiere im Terrarium sein. Nach der Häutung brauchen Körper und Giftklauen einige Tage zum Aushärten, erst dann wird wieder gefüttert. Gerade Jungtiere gelten als empfindlich, eine gleichmäßige Feuchtigkeit und Ruhe sind deshalb besonders wichtig.
Einzelhaltung und sicherer Umgang
Freies Handling ist nicht empfehlenswert. Riesenkrabbenspinnen sind extrem schnell und können ohne Vorwarnung davonschießen oder springen. Zum Umsetzen eignet sich ein großer durchsichtiger Becher, in den das Tier mit einem weichen Pinsel geleitet wird. Pflegearbeiten erledigt man am besten in einem geschlossenen Raum, damit eine entwischte Spinne wieder eingefangen werden kann. Vor dem Schließen des Terrariums sollte stets ein Blick auf Deckel und Türen geworfen werden.
Geschlechtsunterschiede
Wie bei vielen Riesenkrabbenspinnen sind erwachsene Männchen meist schlanker und im Verhältnis langbeiniger als die kräftigeren Weibchen. Reife Männchen erkennt man sicher an den verdickten Tasterenden, die als Begattungsorgane dienen. Bei jüngeren Tieren ist eine Geschlechtsbestimmung von außen schwierig. Am zuverlässigsten gelingt sie anhand einer gut erhaltenen Häutungshaut, an der sich bei Weibchen die Genitalstrukturen erkennen lassen. Das Geschlecht lässt sich deshalb meist erst im Lauf der Aufzucht sicher bestimmen.
Fortpflanzung
Erfahrene Halter vermehren die Art nach eigenen Angaben mit den bei Heteropoda üblichen Methoden. Männchen werden früher reif als Weibchen, daher ist eine gute zeitliche Planung nötig. Ein Paar kann mehrere Eikokons hervorbringen. Das Zusammensetzen erfolgt beaufsichtigt, danach wird das Männchen wieder getrennt. Bei Riesenkrabbenspinnen der Gattung trägt das Weibchen den Kokon häufig unter dem Körper mit sich. Die frühen Jungtierstadien gelten als heikel, und Geschwister werden bald vereinzelt, da sie einander fressen können.
Größe und Lebenserwartung
Heteropoda lunula zählt zu den großen Vertretern der Gattung. Verlässliche Maßangaben zu Körperlänge und Beinspannweite erwachsener Tiere sind in der zugänglichen Literatur jedoch kaum dokumentiert. Halter berichten, dass die Jungtiere bei häufiger Fütterung mit kleiner Beute zügig heranwachsen, und beschreiben einen hohen Stoffwechsel. Männchen werden früher geschlechtsreif als Weibchen und leben nach der Reifehäutung bei Riesenkrabbenspinnen in der Regel nicht mehr lange. Zur Lebenserwartung liegen keine verlässlichen Angaben vor.
Gift, Brennhaare und Sicherheit
Brennhaare besitzt diese Art nicht. Ihre erste Reaktion auf Störung ist die Flucht, in die Enge getrieben kann sie jedoch drohen und beißen. Ein Biss der großen Giftklauen ist schmerzhaft und kann lokale Schwellungen und Beschwerden verursachen. Belastbare Untersuchungen zur Giftwirkung dieser Art beim Menschen fehlen, Angaben dazu sind widersprüchlich. Man sollte sie daher mit Respekt behandeln und Bisse durch umsichtige Pflege vermeiden. Bei stärkeren oder anhaltenden Beschwerden nach einem Biss ist ärztlicher Rat einzuholen.
Nice-to-Know
Der Artname lunula bedeutet so viel wie kleiner Mond. Kaum eine Riesenkrabbenspinne hat in ihrer Geschichte so viele wissenschaftliche Namen getragen: Tiere aus verschiedenen Regionen wurden einst unter Namen wie gloriosa, beccarii oder holzi beschrieben, bevor sich herausstellte, dass es sich um eine einzige weit verbreitete Art handelt. Die Spinne ist weder in den CITES-Anhängen noch in der Bundesartenschutzverordnung gelistet.
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Geschlechtsauswahl bei unseren Spinnen&Insekten
Wenn wir eine gezielte Auswahl des Geschlechts bei Tieren vornehmen können ist dies immer direkt am Artikel angegeben. Bei vielen Tieren geht das leider aus verschiedenen Gründen nicht. Zum Beispiel weil bei Jungtieren die Färbung beider Geschlechter identisch ist, weil es keine äußeren Geschlechtsmerkmale gibt, weil wir beispielsweise immer nur ein Geschlecht geliefert bekommen oder aus diversen anderen Gründen.
Wir versuchen immer den Wünschen unserer Kunden nachzukommen wenn das irgendwie möglich ist.