Java-Zwergskorpion, Chaerilus variegatus
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Java-Zwergskorpion, Chaerilus variegatus
| Deutscher Name: | Java-Zwergskorpion |
| Wissenschaftlich: | Chaerilus variegatus |
| Synonyme: | Gefleckter Zwergskorpion |
| Herkunft: | Java (Typusfundort), Handelstiere teils aus Sumatra |
| Lebensweise: | Bodenbewohner feuchter Wälder, lebt unter Rinde, Steinen und Laub |
| Aktivitätszeit: | Nachtaktiv und sehr versteckt |
| Haltungsform: | Am besten einzeln |
| Mindestgröße des Terrariums: | Ab etwa 20 × 20 × 20 cm für ein Tier |
| Temperatur und Luftfeuchtigkeit: | Etwa 24–28 °C, Luftfeuchte 75–85 % |
| Bodengrund und Substrattiefe: | 8–10 cm feuchte Erde-Kokos-Mischung mit Laubauflage |
| Verstecke: | Flache Korkrinde, Steinplatten und Falllaub |
| Futter: | Kleine Grillen, Heimchen oder Schaben alle 7–10 Tage |
| Gift und Abwehrverhalten: | Sticht bei Bedrängnis; Gift schwach, medizinisch unbedeutend |
| Maximale Größe: | Etwa 3–4 cm, selten bis 5 cm Gesamtlänge |
| Lebenserwartung: | Zur Lebenserwartung liegen keine verlässlichen Angaben vor. |
Herkunft und Lebensraum von Java-Zwergskorpion (Chaerilus variegatus)
Chaerilus variegatus ist die Typusart der Gattung Chaerilus und damit namensgebend für die gesamte Familie Chaerilidae. Der französische Arachnologe Eugène Simon beschrieb die Art 1877 nach Tieren von Java; der Holotypus liegt bis heute im Pariser Naturkundemuseum. Die Familie umfasst nur diese eine Gattung mit knapp sechzig Arten, die von Indien und dem Himalaya über Südostasien bis nach Melanesien verbreitet sind. Lange wurden mehrere Formen anderer Regionen mit C. variegatus zusammengefasst; inzwischen gelten unter anderem Chaerilus borneensis von Borneo und Chaerilus birmanicus aus Myanmar wieder als eigene Arten. Wie weit das Verbreitungsgebiet von C. variegatus über Java hinausreicht, ist deshalb nicht abschließend geklärt. Im Handel werden Tiere unter diesem Namen auch aus Sumatra angeboten, etwa aus der Provinz Lampung. Chaerilus-Arten leben in feuchten, schattigen Lebensräumen. Man findet sie unter Steinen, umgestürzten Baumstämmen, loser Rinde und in der Laubstreu des Waldbodens, wo ein gleichmäßig feuchtes Mikroklima herrscht. Die kleinen Skorpione sind ausgesprochen heimlich und verlassen ihre Verstecke fast nur nachts. In der Terraristik sind sie bislang selten vertreten, entsprechend gering ist das veröffentlichte Erfahrungswissen.
Lebensweise und Verhalten
Der Java-Zwergskorpion führt ein verborgenes Leben. Tagsüber sitzt er eng an flache Rinde oder unter Steine gedrückt und ist kaum zu sehen; erst nach Einbruch der Dunkelheit wird er aktiv und sucht in der Laubstreu nach kleinen Insekten. Er bewegt sich eher langsam und bedächtig, reagiert bei Störung aber wehrhaft. Beobachten lässt er sich am besten nachts mit gedämpftem Licht oder einer UV-Lampe, unter der er wie alle Skorpione leuchtet. Wegen der geringen Erfahrungen mit dieser Art empfiehlt sich die Einzelhaltung, damit Stress und Revierkonflikte vermieden werden.
Terrarium und Ausbruchsschutz
Für ein einzelnes Tier reicht ein kleines Terrarium oder eine gut belüftete Kunststoffbox mit etwa 20 × 20 cm Grundfläche und 20 cm Höhe; ein Volumen von fünf bis zehn Litern ist ausreichend. Wichtig ist ein dicht schließender Deckel ohne Spalten, denn so kleine Skorpione entkommen durch erstaunlich enge Öffnungen. Eine feine Lüftungsgaze verhindert stehende Luft, ohne dass das Substrat zu schnell austrocknet. Ein größeres Becken ist möglich, erschwert aber Kontrolle und Fütterung, da sich das Tier dann noch besser versteckt.
Bodengrund und Verstecke
Als Bodengrund eignet sich eine gleichmäßig feuchte Mischung aus ungedüngter Erde und Kokoshumus in einer Schicht von etwa 8 bis 10 Zentimetern. Der Boden darf nie austrocknen, aber auch nicht nass oder verdichtet sein. Darauf kommt eine Lage aus Falllaub, etwas Moos und flachen Korkstücken oder Steinplatten, unter die sich der Skorpion schmiegen kann. Mehrere flache Verstecke sind wichtiger als eine tiefe Höhle. Springschwänze im Substrat helfen, Schimmel und Futterreste zu beseitigen. Größere Umgestaltungen sollten vermieden werden, damit das Tier seine Verstecke behält.
Klima und Beleuchtung
Als Waldbewohner der tropischen Inseln Indonesiens braucht der Java-Zwergskorpion ein warmes, gleichmäßig feuchtes Klima. Bewährt haben sich etwa 24 bis 28 °C bei einer Luftfeuchte von 75 bis 85 Prozent. Diese wird über das feuchte Substrat und gelegentliches Sprühen einer Ecke gehalten, wobei das Tier nicht direkt nass gesprüht wird. Ausreichende Lüftung an der Oberfläche verhindert Schimmel und stickige Luft. Falls die Raumtemperatur nicht genügt, kann eine schwache Heizmatte seitlich angebracht werden. Eine besondere Beleuchtung oder UV-Strahlung ist nicht nötig, direkte Sonne ist zu vermeiden.
Fütterung und Wasser
Gefüttert werden kleine lebende Insekten wie junge Grillen, Heimchen, kleine Schaben oder Ofenfischchen, die deutlich kleiner als der Skorpion sind. Erwachsene Tiere benötigen wegen ihres langsamen Stoffwechsels nur alle 7 bis 10 Tage ein bis zwei Futtertiere, Jungtiere kleinere Portionen in ähnlichen Abständen. Am besten wird abends gefüttert, wenn der Skorpion aktiv ist. Nicht gefressene Futtertiere werden nach etwa einem Tag entfernt. Da das Substrat feucht gehalten wird, genügt eine sehr flache Wasserstelle, etwa ein Schraubdeckel mit Wasser oder regelmäßig benetztes Moos.
Häutung
Jungtiere wachsen nach Erfahrungsberichten von Haltern nur langsam und häuten sich mehrmals, bis sie ausgewachsen sind. Vor einer Häutung frisst der Skorpion nicht und zieht sich in sein Versteck zurück. In dieser Zeit sollte er nicht gestört und kein lebendes Futter im Becken gelassen werden. Ein frisch gehäutetes Tier ist zunächst hell und weich; der Panzer härtet innerhalb weniger Tage aus und dunkelt nach. Erst danach wird wieder gefüttert. Gleichmäßig feuchtes Substrat erleichtert die Häutung und beugt Problemen vor.
Geschlechtsunterschiede
Äußerlich unterscheiden sich die Geschlechter bei Chaerilus nur wenig. Wie bei Skorpionen allgemein besitzen Männchen meist größere und kräftigere Kammorgane auf der Bauchseite als Weibchen, und Weibchen wirken oft etwas massiger mit breiterem Hinterleib. Artspezifische Merkmale für Chaerilus variegatus sind kaum veröffentlicht. Wegen der geringen Größe lässt sich das Geschlecht am besten mit einer Lupe oder auf einem vergrößerten Foto der Unterseite eines erwachsenen Tieres beurteilen.
Fortpflanzung
Wie alle Skorpione bringt auch der Java-Zwergskorpion lebende Junge zur Welt, die sich nach der Geburt auf den Rücken der Mutter setzen und dort bis nach ihrer ersten Häutung bleiben. Zur Paarung setzt das Männchen ein Samenpaket ab, über das es das Weibchen führt. Über Tragzeit und Wurfgröße dieser Art liegen nur einzelne Erfahrungsberichte vor. Die Jungtiere wachsen langsam und werden nach dem Verlassen des Mutterrückens einzeln in kleinen, feuchten Behältern mit winzigen Futtertieren aufgezogen.
Endgröße und Lebenserwartung
Chaerilus variegatus gehört zu den Zwergskorpionen und erreicht etwa 3 bis 4 cm, selten bis 5 cm Gesamtlänge. Die Arten der zugehörigen Artengruppe sind meist gelblich bis rötlich gelb mit intensiver dunkler, marmorierter Zeichnung auf Körper und Gliedmaßen, worauf der Name variegatus „bunt gefleckt“ anspielt; manche Tiere wirken insgesamt dunkel grau. Im Vergleich zu den großen Waldskorpionen bleibt er damit sehr klein. Zur Lebenserwartung liegen keine verlässlichen Angaben vor.
Giftwirkung, Abwehrverhalten und Sicherheit
Der Java-Zwergskorpion verteidigt sich bei Bedrängnis mit seinen Scheren und dem Stachel. Skorpione der Familie Chaerilidae gelten als medizinisch nicht bedeutsam; ein Stich kann aber örtlich schmerzen, leicht anschwellen und für einige Zeit unangenehm sein. Für Allergiker ist besondere Vorsicht geboten. Das Tier sollte nicht mit der Hand angefasst werden; zum Umsetzen eignen sich eine weiche Pinzette, ein Pinsel oder ein kleiner Becher. Wegen seiner geringen Größe und Fluchtneigung wird der Deckel bei Pflegearbeiten nur kurz geöffnet.
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Wenn wir eine gezielte Auswahl des Geschlechts bei Tieren vornehmen können ist dies immer direkt am Artikel angegeben. Bei vielen Tieren geht das leider aus verschiedenen Gründen nicht. Zum Beispiel weil bei Jungtieren die Färbung beider Geschlechter identisch ist, weil es keine äußeren Geschlechtsmerkmale gibt, weil wir beispielsweise immer nur ein Geschlecht geliefert bekommen oder aus diversen anderen Gründen.
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