David-Bowie-Riesenkrabbenspinne, Heteropoda davidbowie
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David-Bowie-Riesenkrabbenspinne, Heteropoda davidbowie
| Deutscher Name: | David-Bowie-Riesenkrabbenspinne |
| Wissenschaftlich: | Heteropoda davidbowie |
| Synonyme: | David-Bowie-Spinne, David Bowie Huntsman |
| Herkunft: | Südostasien: Malaysia, Singapur, Sumatra, möglicherweise Südthailand |
| Lebensweise: | Baumbewohnende Jagdspinne ohne Fangnetz, Erwachsene vor allem an Baumrinde |
| Aktivitätszeit: | Überwiegend nachtaktiv, tagsüber meist ruhig im Versteck |
| Haltungstyp: | Einzelhaltung im hohen, ausbruchsicheren Terrarium |
| Mindestgröße des Terrariums: | Höher als breit, für Adulte etwa 30 × 30 × 45 cm |
| Temperatur und Luftfeuchtigkeit: | Tropisch-warm, etwa 24–27 °C, Bodengrund leicht feucht |
| Bodengrund: | Einige Zentimeter feuchthaltende Humuserde mit etwas Laub |
| Verstecke und Gespinst: | Kein Fangnetz; senkrechte Korkrinde als Versteck und Ruheplatz |
| Futter: | Lebende, passend große Futterinsekten wie Grillen und Schaben |
| Gift und Abwehrverhalten: | Sehr schnell, drohbereit; Biss schmerzhaft, keine Brennhaare |
| Körpergröße und Beinspannweite: | Körper Weibchen etwa 2,1–2,5 cm, Männchen 1,5–1,8 cm |
| Lebenserwartung: | Keine verlässlichen Angaben |
Herkunft und Lebensraum von David-Bowie-Riesenkrabbenspinne (Heteropoda davidbowie)
Die David-Bowie-Riesenkrabbenspinne stammt aus den tropischen Wäldern Südostasiens. Gesicherte Nachweise gibt es von der Malaiischen Halbinsel, wo das Typusexemplar im Hochland der Cameron Highlands gesammelt wurde, außerdem aus Singapur und von Sumatra. Für den malaysischen Teil Borneos liegen ebenfalls Fundmeldungen vor, und auch ein Vorkommen im Süden Thailands gilt als möglich. Wissenschaftlich beschrieben wurde die Art erst 2008 durch den Frankfurter Arachnologen Peter Jäger. Lange Zeit war sie mit der ähnlichen Heteropoda javana verwechselt worden, und aufmerksam wurde man auf sie ausgerechnet über die Terraristik: Halter in Deutschland schickten Fotos ihrer Tiere zur Bestimmung ein. Im natürlichen Lebensraum sitzen erwachsene Tiere bevorzugt an Baumstämmen, wo sie sich mit ihrem flachen Körper eng an die Rinde schmiegen und dort auf Beute lauern. Jungtiere halten sich dagegen eher in der Laubstreu am Waldboden sowie auf den Blättern von Sträuchern und jungen Bäumen auf. Die Art lebt damit in einem gleichmäßig warmen, feuchten Waldklima mit viel Deckung, das man im Terrarium nachempfinden sollte.
Lebensweise und Haltungstyp
Wie alle Riesenkrabbenspinnen baut Heteropoda davidbowie kein Fangnetz. Sie ist eine aktive Lauer- und Pirschjägerin, die nachts auf Rinde und Blättern unterwegs ist, Beute mit einem schnellen Vorstoß packt und mit ihrem Gift lähmt. Den Tag verbringt sie meist regungslos in einer Spalte oder hinter einem Rindenstück. Halter beschreiben sie im Vergleich zu manch anderer Heteropoda-Art tagsüber als recht ruhig. Wird sie gestört, kann sie jedoch blitzartig davonschießen und auch an glatten Glasflächen hinauflaufen. Die Haltung erfolgt einzeln, da sich die Tiere untereinander als Beute betrachten können.
Terrarium
Da es sich um eine baumbewohnende Art handelt, ist ein Terrarium sinnvoll, das deutlich höher als breit ist. Für ein erwachsenes Tier hat sich ein Maß von etwa 30 × 30 × 45 cm bewährt; Jungtiere fühlen sich in kleineren Behältern wohler, weil sie dort ihre Beute leichter finden. Entscheidend sind eine gute Belüftung, möglichst über Querlüftung, und ein absolut dicht schließender Deckel. Riesenkrabbenspinnen sind flach gebaut und schlüpfen durch erstaunlich schmale Spalten. Türen und Lüftungsflächen sollten deshalb vor dem Einsetzen sorgfältig geprüft werden.
Bodengrund, Einrichtung und Fallhöhe
Als Bodengrund genügen einige Zentimeter einer feuchthaltenden Mischung aus Kokoshumus oder ungedüngter Erde, gerne mit etwas Laub als Abdeckung. Der Boden dient vor allem als Feuchtigkeitsspeicher und sollte leicht feucht, aber nie nass sein. Wichtiger als das Substrat ist die Einrichtung in der Höhe: Ein oder zwei senkrecht oder schräg gestellte Korkrinden bieten der Spinne einen schmalen Spalt als Versteck. Ergänzend eignen sich Äste und einige robuste Pflanzen als zusätzliche Kletter- und Sitzplätze.
Klima und Beleuchtung
Die Art stammt aus gleichmäßig warmen, feuchten Wäldern. Temperaturen um 24 bis 27 °C bei Tag mit einer leichten nächtlichen Absenkung sind gut geeignet, normale Zimmertemperatur reicht in vielen Wohnungen bereits aus. Halter empfehlen, den Bodengrund stets leicht feucht zu halten und die Tiere nicht austrocknen zu lassen. Ein- bis zweimal pro Woche wird eine Seite des Terrariums übersprüht, sodass die Spinne Tropfen aufnehmen kann. Staunässe und stehende, schlechte Luft sind dagegen zu vermeiden, weil sie Schimmel und Milben fördern. Für größere Tiere kann zusätzlich eine kleine flache Wasserschale angeboten werden.
Fütterung und Wasserversorgung
Gefüttert werden lebende Futterinsekten wie Heimchen, Grillen, kleine Schaben oder Fliegen, die höchstens etwa so groß wie der Hinterleib der Spinne sein sollten. Jungtiere wachsen schnell und werden am besten zwei- bis dreimal pro Woche mit kleiner Beute versorgt, erwachsene Tiere etwa ein- bis zweimal wöchentlich. Da die Spinne auf Bewegung reagiert, sind lebende, aktive Futtertiere wichtig. Nicht gefressene Insekten sollten nach einigen Stunden wieder entfernt werden, besonders wenn eine Häutung bevorsteht. Am sichersten wird in einem großen Behälter oder mit zügigem Deckelschließen gefüttert, damit die schnelle Spinne nicht entwischt.
Häutung
Vor einer Häutung stellt die Spinne das Fressen ein und zieht sich in ihr Versteck zurück. Die Häutung selbst findet in der Regel hängend an Rinde oder einem Ast statt und verläuft vergleichsweise rasch. In dieser Zeit darf das Tier keinesfalls gestört werden, und lebende Futtertiere haben im Terrarium nichts verloren, da sie die weiche Spinne verletzen können. Nach der Häutung braucht sie einige Tage, bis der Panzer und die Giftklauen ausgehärtet sind. Jungtiere häuten sich auffallend häufig. Halter berichten von empfindlichen frühen Stadien, eine gleichmäßige Feuchtigkeit ist deshalb besonders wichtig.
Einzelhaltung und sicherer Umgang
Freies Handling ist bei dieser Art nicht zu empfehlen. Riesenkrabbenspinnen sind ausgesprochen schnell, können plötzlich springen oder davonschießen und sind dann kaum wieder einzufangen. Für Pflegearbeiten setzt man das Tier am besten mit einem durchsichtigen Becher und einem weichen Pinsel oder einer Pappe um. Arbeiten im Terrarium sollten ruhig, mit kurzen Wegen und am besten in einem geschlossenen Raum erfolgen. Ein fest schließender Deckel und ein Blick in alle Ecken vor dem Schließen verhindern Ausbrüche.
Geschlechtsunterschiede
Die Geschlechter unterscheiden sich deutlich. Männchen erreichen etwa 1,5 bis 1,8 cm Körperlänge und haben eine rötlich braune Oberseite mit dichten, leuchtend orangefarbenen Haaren, einer roten Linie auf der hinteren Körperhälfte und schwarzen Tastern. Weibchen sind mit etwa 2,1 bis 2,5 cm größer, oben gräulich bis rötlich braun gefärbt und haben gebänderte Beine mit dunklen Flecken. Auf ihrer Unterseite fällt zwischen Epigastralfurche und Spinnwarzen ein heller dreieckiger Fleck auf, der den Männchen fehlt. Reife Männchen erkennt man zudem an den verdickten Tasterenden.
Fortpflanzung
Die Nachzucht gelingt erfahrenen Haltern mit den bei anderen Heteropoda-Arten üblichen Methoden. Männchen werden früher geschlechtsreif als Weibchen, das Zusammensetzen sollte daher gut geplant und immer beaufsichtigt werden. Nach der Paarung wird das Männchen zügig wieder getrennt. Bei Riesenkrabbenspinnen der Gattung trägt das Weibchen seinen Eikokon häufig unter dem Körper mit sich und bewacht ihn. Die Jungtiere gelten in den ersten Stadien als empfindlich und sollten bald vereinzelt werden, da Geschwister einander fressen können.
Größe und Lebenserwartung
Weibchen erreichen etwa 2,1 bis 2,5 cm Körperlänge, Männchen etwa 1,5 bis 1,8 cm. Halter geben die Beinspannweite erwachsener Tiere mit ungefähr 10 cm an, womit die Art innerhalb der Gattung eher zu den mittelgroßen Vertretern zählt. Jungtiere wachsen bei guter Versorgung zügig heran und häuten sich in den ersten Monaten auffallend oft. Wie bei vielen Riesenkrabbenspinnen dürften Männchen nach der Reifehäutung deutlich kürzer leben als Weibchen. Zur Lebenserwartung liegen keine verlässlichen Angaben vor.
Gift, Brennhaare und Sicherheit
Heteropoda davidbowie besitzt keine Brennhaare. Ihre wichtigste Verteidigung ist die Flucht, bei Bedrängnis nehmen vor allem Weibchen aber eine deutliche Drohhaltung mit erhobenen Vorderbeinen ein. Ein Biss ist durch die kräftigen Giftklauen schmerzhaft und kann lokale Rötung, Schwellung und Beschwerden verursachen. Als medizinisch gefährlich gilt die Gattung nicht, individuelle oder allergische Reaktionen sind jedoch nicht auszuschließen. Nach einem Biss sollte die Stelle gereinigt und bei stärkeren Beschwerden ärztlicher Rat eingeholt werden.
Nice-to-Know
Ihren Namen verdankt die Spinne dem Musiker David Bowie. Peter Jäger spielte damit auf den Song Glass Spider und auf das Album über Ziggy Stardust und die Spiders from Mars an. Zudem erinnert ihn die kontrastreiche Gesichtspartie der Spinne an die geschminkten Bühnengesichter des Künstlers. Ein solches auffälliges Muster ist bei Riesenkrabbenspinnen selten und dient als wichtigstes Erkennungsmerkmal der Art. Die Art ist weder in den CITES-Anhängen noch in der Bundesartenschutzverordnung gelistet.
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Geschlechtsauswahl bei unseren Spinnen&Insekten
Wenn wir eine gezielte Auswahl des Geschlechts bei Tieren vornehmen können ist dies immer direkt am Artikel angegeben. Bei vielen Tieren geht das leider aus verschiedenen Gründen nicht. Zum Beispiel weil bei Jungtieren die Färbung beider Geschlechter identisch ist, weil es keine äußeren Geschlechtsmerkmale gibt, weil wir beispielsweise immer nur ein Geschlecht geliefert bekommen oder aus diversen anderen Gründen.
Wir versuchen immer den Wünschen unserer Kunden nachzukommen wenn das irgendwie möglich ist.