Chitande-Kaiserbuntbarsch, Aulonocara ethelwynnae, ca. 4,0-5,0 cm
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Chitande-Kaiserbuntbarsch, Aulonocara ethelwynnae, ca. 4,0-5,0 cm
| Deutscher Name: | Chitande-Kaiserbuntbarsch |
| Wissenschaftlich: | Aulonocara ethelwynnae |
| Synonyme: | Chitande-Kaiser, Chitande Peacock, Chitendi-Kaiserbuntbarsch, Northern Aulonocara |
| Herkunft: | Malawisee, Chitande-Insel und nahes Nordwestufer |
| Gesellschafts-Aquarium: | Friedlich, ein Männchen mit vier bis sechs Weibchen |
| Wasserwerte: | pH 7,5–8,6, GH 10–20 °dH, stabil |
| Temperatur: | 23–26 °C |
| Beckengröße: | Ab 120 cm Kantenlänge, ab ca. 250 Liter |
| Bepflanzung: | Hartwasserpflanzen möglich, Sand mit Steinhaufen |
| Futter: | Feines Granulat, Frostfutter, etwas Spirulina |
| Geschlechts-Unterschiede: | Männchen braun gebändert mit Blau, Weibchen schlicht |
| Zucht möglich: | Maternaler Maulbrüter, laicht auch im Gesellschaftsbecken |
| Maximale Größe: | Etwa 8–11 cm |
| Liefergröße: | ca. 4,0-5,0 cm |
| Mit Garnelen verträglich: | Ungeeignet, frisst Garnelen und Nachwuchs |
Herkunft von Chitande-Kaiserbuntbarsch (Aulonocara ethelwynnae)
Aulonocara ethelwynnae ist ein kleiner Kaiserbuntbarsch aus dem Malawisee und wurde 1987 von Meyer, Riehl und Zetzsche im Rahmen einer Überarbeitung der Gattung Aulonocara beschrieben. Der Artname ehrt die britische Ichthyologin Ethelwynn Trewavas, die zahlreiche Buntbarsche des Sees bearbeitet hat. Das Verbreitungsgebiet ist sehr klein: Die Art lebt an der Chitande-Insel, die früher auch Chitendi geschrieben wurde, sowie an einem kurzen Uferabschnitt im Nordwesten des Sees zwischen Ngara und Chilumba, unter anderem bei Mdoka. An der Chitande-Insel ist sie recht häufig, bei Mdoka dagegen selten. Wegen dieses begrenzten Vorkommens stuft die Weltnaturschutzunion sie als potenziell gefährdet ein. Typischer Lebensraum sind Übergangszonen, in denen Felsen auf Sandboden liegen. Weibchen und junge Männchen ziehen in lockeren Gruppen in etwa drei Metern Tiefe umher, während revierbesitzende Männchen tiefer stehen; die Angaben reichen von sechs bis etwa fünfzehn Metern. Ihre Nahrung finden die Fische am Boden: Mit vergrößerten Sinnesgruben am Kopf spüren sie kleine Wirbellose im Sand auf und durchsieben ihn maulvollweise.
Vergesellschaftung
Für einen Kaiserbuntbarsch ist Aulonocara ethelwynnae ausgesprochen verträglich und bleibt zudem recht klein. Männchen können allerdings gegenüber Fischen mit ähnlichem Farbmuster ruppig werden. Empfehlenswert ist ein Männchen mit vier bis sechs Weibchen, so verteilt sich das Werben auf mehrere Partnerinnen. Gute Mitbewohner sind andersfarbige, ruhige Haps wie Copadichromis- oder Placidochromis-Arten, Otopharynx lithobates sowie friedliche Mbuna wie Labidochromis caeruleus. Andere Aulonocara-Arten sollten wegen der Gefahr von Kreuzungen nicht im selben Becken leben, ebenso wenig sehr ruppige Mbuna, die die zurückhaltenden Tiere unterdrücken.
Passende Wasserparameter
Hartes, alkalisches Wasser mit einem pH-Wert von etwa 7,5 bis 8,6 und einer Gesamthärte von 10 bis 20 °dH entspricht den Bedürfnissen dieser Art. Aulonocara ethelwynnae reagiert empfindlich auf eine Verschlechterung der Wasserqualität und auf plötzliche Veränderungen der Werte, deshalb sollten neue Tiere nur in ein biologisch eingefahrenes Becken gesetzt werden. Eine kräftige Filterung, etwa mit Außenfiltern oder einem Technikbecken, sowie wöchentliche Teilwasserwechsel von dreißig bis fünfzig Prozent halten die Belastung niedrig. Das Frischwasser sollte in Temperatur und Härte dem Beckenwasser angepasst sein.
Haltungstemperatur
Eine Wassertemperatur zwischen 23 und 26 °C ist ideal, die Literatur nennt einen Bereich von 22 bis 26 °C. Dauerhaft höhere Werte sollten vermieden werden, weil sie Stoffwechsel und Sauerstoffbedarf steigern. Ein zuverlässiger Regelheizer und eine möglichst konstante Raumtemperatur sorgen für gleichmäßige Bedingungen ohne starke Tagesschwankungen. In heißen Sommerwochen helfen kräftige Oberflächenbewegung, eine verkürzte Beleuchtungsdauer und ein beschatteter Standort, ein Überhitzen zu vermeiden. Beim Wasserwechsel sollte das Frischwasser nicht deutlich kälter oder wärmer sein als das Beckenwasser.
Beckengröße
Für eine Haremsgruppe aus einem Männchen und mehreren Weibchen empfehlen wir ein Aquarium ab 120 Zentimetern Kantenlänge und etwa 250 Litern. Als absolute Untergrenze werden 90 mal 45 Zentimeter genannt, die sich eher für reine Zuchtansätze eignen. Wichtig ist feiner Sand als Bodengrund, damit die Fische ihr natürliches Fressverhalten zeigen können; grober Kies oder scharfkantiges Material ist ungeeignet. Steinaufbauten werden zu einzelnen Haufen mit offenen Sandflächen dazwischen gruppiert. So entstehen Reviere für das Männchen und Rückzugsorte für die Weibchen, ganz ähnlich wie in den Übergangszonen am Naturstandort.
Bepflanzung
Eine Bepflanzung ist gut möglich, denn die Art lässt Pflanzen in der Regel in Ruhe. Geeignet sind hartwassertolerante Arten wie Vallisnerien, Sagittaria und Anubias, die man auf Steinen befestigen kann. Pflanzen am Rand und zwischen den Steinaufbauten bieten Sichtschutz, beruhigen das Becken und helfen, überschüssige Nährstoffe zu binden. Da die Fische im Sand gründeln, sollten frisch gesetzte Pflanzen anfangs mit flachen Steinen gesichert werden. Ausreichend freie Sandflächen bleiben trotzdem wichtig, damit die Tiere ungestört nach Futter suchen können.
Futter
In der Natur ernährt sich Aulonocara ethelwynnae von kleinen Wirbellosen, die es mit Hilfe seiner Sinnesgruben im Sand aufspürt. Im Aquarium reicht man eine abwechslungsreiche Mischung aus feinem, hochwertigem Granulat und Flockenfutter, teils mit pflanzlichem Anteil wie Spirulina. Dazu kommen Frost- und Lebendfutter wie Mückenlarven, Artemia, Mysis und Cyclops. Rote Mückenlarven sollten nur in Maßen gegeben werden. Statt einer großen Mahlzeit sind drei bis vier kleine Portionen am Tag ideal, die vollständig gefressen werden. So bleiben Wasserqualität und Gesundheit der Tiere stabil.
Geschlechtsunterschiede
Männchen sind deutlich farbiger und werden meist größer als Weibchen. Ausgefärbte Männchen zeigen auf bräunlich-gelbem Grund eine markante schokoladenbraune Querbänderung mit etwa sieben dunklen Binden unter der Rückenflosse. In Balzstimmung erscheint zusätzlich Blau zwischen den Binden und an der Kopfunterseite. Weibchen bleiben schlicht gefärbt und zeigen nur eine schwache Bänderung. Die Afterflosse der Männchen trägt Eiflecken. Eine Unterscheidung ist ab einem Alter von etwa vier Monaten möglich, die volle Färbung entwickelt sich aber erst mit der Geschlechtsreife.
Zucht
Aulonocara ethelwynnae ist ein maternaler Maulbrüter und laicht häufig sogar im Gesellschaftsbecken. Für höhere Nachzuchtraten lohnt sich ein eigenes Zuchtbecken mit flachen Steinen und offenen Sandflächen. Das Männchen verteidigt ganzjährig ein Revier und lockt laichreife Weibchen zu einer Höhlung oder, wenn keine vorhanden ist, auf freien Sand. Die Eier werden über das Eifleck-Prinzip im Maul des Weibchens befruchtet. Das Weibchen trägt bis zu etwa vier Wochen und frisst in dieser Zeit meist nicht. Störungen können zum vorzeitigen Ausspucken führen. Nach dem Aufbrauchen des Dottersacks nehmen die Jungen frisch geschlüpfte Artemia-Nauplien an.
Endgröße
Aulonocara ethelwynnae gehört zu den kleinen Kaiserbuntbarschen. Für Wildtiere werden Standardlängen von gut sieben Zentimetern angegeben, im Aquarium erreichen Männchen mit Schwanzflosse meist acht bis zehn, gelegentlich bis etwa elf Zentimeter. Weibchen bleiben etwas kleiner. Damit passt die Art auch in Becken, die für viele andere Malawi-Haps zu klein wären, und lässt sich gut mit anderen kleinbleibenden, ruhigen Arten kombinieren. Zur Lebenserwartung liegen keine verlässlichen Angaben vor.
Verträglichkeit mit Zwerggarnelen
Garnelen sind keine geeigneten Mitbewohner. Wie alle Kaiserbuntbarsche ist Aulonocara ethelwynnae darauf spezialisiert, kleine Wirbellose am Boden aufzuspüren, und findet Garnelen mit seinen Sinnesgruben selbst im Versteck. Erwachsene Zwerggarnelen werden gejagt und gefressen; größere Arten wie Amanogarnelen werden zumindest ständig bedrängt und sind gegenüber ausgewachsenen Fischen nicht sicher. Garnelennachwuchs wird restlos vertilgt. Hinzu kommen die harten Wasserwerte des Malawibeckens. Für Garnelen empfiehlt sich deshalb ein eigenes Becken.
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Häufige Fragen (FAQ)
Wie gewöhne ich Zierfische nach der Ankunft ein?
Wie gewöhne ich Zierfische nach der Ankunft ein?
Um Stress und Temperaturschocks zu vermeiden, sollten neue Zierfische langsam eingewöhnt werden:
- Beutel schwimmen lassen – Legen Sie den verschlossenen Transportbeutel für ca. 20–30 Minuten auf die Wasseroberfläche des Aquariums, damit sich die Temperatur angleicht.
- Wasser schrittweise mischen – Öffnen Sie den Beutel vorsichtig und geben Sie alle 5–10 Minuten kleine Mengen Aquariumwasser hinzu, bis sich das Volumen mindestens verdoppelt hat (Dauer: ca. 45–90 Minuten).
- Fische umsetzen – Setzen Sie die Fische mit einem Kescher ins Aquarium, ohne das Transportwasser einzubringen, um Verunreinigungen zu vermeiden.
- Licht reduzieren – Dimmen Sie die Beleuchtung oder schalten Sie sie für einige Stunden aus, um den Stress zu minimieren.
- Erste Fütterung – Füttern Sie erst nach einigen Stunden oder am nächsten Tag, damit sich die Fische in Ruhe an die neue Umgebung gewöhnen können.
Durch diese langsame Eingewöhnung passen sich die Fische optimal an die neuen Wasserwerte an.
Wie werden Zierfische versendet?
Fische sind Wirbeltiere und werden von uns, den gesetzlichen Bestimmungen folgend, mit einem dafür zugelassenen Tierkurier (GO!) per Übernachtexpress versendet. Der Versand aller Zierfische erfolgt ganzjährig immer in einer hochwertigen, dickwandigen Styroporbox. Bei hohen Außentemperaturen werden die Fische mit zusätzlichem Wasservolumen vor Hitze geschützt. Im Winter legen wir zum Schutz vor Kälte Heatpacks bei und sorgen ggf. für eine zusätzliche Isolierung durch die Verwendung einer wärmereflektierende Spezialfolie als zusätzliche Isolierungschicht.
Je nach Art reisen die Fische entweder in kleineren Gruppen oder einzeln verpackt.
Wie kann ich Krankheiten bei Aquarienfischen vermeiden?
Damit deine Fische gesund und munter bleiben, sind einige grundlegende Maßnahmen erforderlich. Viele Fischkrankheiten entstehen durch schlechte Wasserqualität, Stress oder falsche Ernährung. Mit den folgenden Tipps kannst du das Risiko minimieren und für ein gesundes Aquarium sorgen.
1. Optimale Wasserqualität sicherstellen
- Regelmäßige Wasserwechsel durchführen (ca. 20-30 % alle 1-2 Wochen).
- Wichtige Wasserwerte kontrollieren:
- Temperatur (je nach Fischart passend einstellen)
- pH-Wert (artgerechter Bereich)
- Ammoniak & Nitrit: IMMER 0 mg/l (giftig für Fische)
- Nitrat: unter 25 mg/l (bei hohen Werten Wasser wechseln)
- Kein Chlor oder Schwermetalle im Wasser! Falls nötig, Wasseraufbereiter nutzen.
2. Gesunde Ernährung bieten
- Abwechslungsreiche Kost: Trockenfutter, Frostfutter (z. B. Artemia, Mysis), Lebendfutter (z. B. Wasserflöhe) und pflanzliche Nahrung (je nach Fischart).
- Überfütterung vermeiden: Fische sollten das Futter in 1-2 Minuten komplett fressen. Reste entfernen, um das Wasser nicht zu belasten.
- Spezialfutter je nach Art: Bodenfresser brauchen sinkendes Futter, Oberflächenfresser Flocken oder Granulat.
3. Neue Fische richtig eingewöhnen
- Langsame Anpassung: Neue Fische mit der Tropf-Methode oder schrittweiser Wasserzugabe an das Aquarium gewöhnen.
- Quarantäne für neue Fische: Falls möglich, 2-4 Wochen in einem separaten Becken halten, um Krankheiten nicht ins Hauptaquarium einzuschleppen.
- Transportwasser entsorgen: Neue Zierfische immer mit dem Kescher ins Becken geben, das Transportwasser entsorgen.
4. Stress vermeiden
- Artgerechte Vergesellschaftung: Keine aggressiven Fische mit friedlichen Arten mischen.
- Ausreichend Verstecke bieten (Pflanzen, Wurzeln, Höhlen).
- Keine plötzlichen Temperatur- oder Wasserwechsel – Fische reagieren empfindlich auf starke Schwankungen.
- Nicht zu viele Fische im Becken halten – Überbesatz führt zu Stress und Krankheiten.
5. Krankheiten frühzeitig erkennen
- Symptome wie weiße Punkte (Ichthyophthirius/“Pünktchenkrankheit“), Pilzbeläge, oder abstehende Schuppen können auf Krankheiten hinweisen.
- Verändertes Verhalten (z. B. schnelle Atmung, apathisches Verhalten, Schaukeln, Reiben an Gegenständen) kann ein frühes Warnzeichen sein.
- Infizierte Fische sofort isolieren und bei Bedarf mit geeigneten Medikamenten behandeln.
6. Aquariumpflege & Hygiene beachten
- Filter regelmäßig warten, aber nie komplett reinigen (sonst gehen wichtige Bakterien verloren).
- Bodengrund absaugen, um Futterreste und Kot zu entfernen.
- Keine Chemikalien oder Seifen beim Reinigen des Aquariums verwenden – nur Wasser oder spezielle Aquarienreiniger nutzen.
Wenn du diese Tipps beachtest, bleiben deine Fische gesund und das Aquarium stabil!
Geschlechtsauswahl bei unseren Fischen
Wenn wir eine gezielte Auswahl des Geschlechts bei Tieren vornehmen können ist dies immer direkt am Artikel angegeben. Bei vielen Tieren geht das leider aus verschiedenen Gründen nicht. Zum Beispiel weil bei Jungtieren die Färbung beider Geschlechter identisch ist, weil es keine äußeren Geschlechtsmerkmale gibt, weil wir beispielsweise immer nur ein Geschlecht geliefert bekommen oder aus diversen anderen Gründen.
Wir versuchen immer den Wünschen unserer Kunden nachzukommen wenn das irgendwie möglich ist.