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Broken-Bar-Buntbarsch, Enterochromis paropius

Victoriasee-Endemit

Kompakter Haplochromine, wird etwa 7 bis 9 cm groß

Friedlich im Gruppenbecken

Verträgt sich mit ruhigen Cichliden ähnlicher Größe

Detritus- und Algenfresser

Ernährt sich vorwiegend von Aufwuchs und feinem Detritus

Nachzucht möglich

Laicht in Gruppenhaltung, als Maulbrüter mit Brutpflege

Broken-Bar-Buntbarsch, Enterochromis paropius


Auf einen Blick: Broken-Bar-Buntbarsch, Enterochromis paropius
Deutscher Name:Broken-Bar-Buntbarsch
Wissenschaftlich:Enterochromis paropius
Synonyme:Broken Bar, Broken-Bar-Haplochromis, Haplochromis sp. broken bar, Victoriasee-Haplochromine
Herkunft:Victoriasee (Ostafrika), Endemit; Schlammböden der Mwanza-Bucht in Tansania
Gesellschafts-Aquarium:Friedlicher Gruppenfisch; mit ruhigen Victoriasee-Cichliden ähnlicher Größe vergesellschaftbar
Wasserwerte:Hart und alkalisch: pH ca. 7,5–8,5, GH ca. 8–15 °dH (Richtwert, Prüfhinweis)
Temperatur:ca. 24–26 °C (Spanne in Berichten: 22–28 °C)
Beckengröße:ab ca. 120 cm Kantenlänge / etwa 200 Liter für eine kleine Gruppe
Bepflanzung:Robuste Pflanzen möglich; Sandboden, Steinaufbauten und offene Schwimmfläche
Futter:Vorwiegend Aufwuchs- und Detritusfresser; pflanzenbetontes Flocken- und Frostfutter
Geschlechts-Unterschiede:Männchen mit kräftigerer Färbung (rotem Rücken, gelber Flanke), Weibchen blasser; bei 4–5 cm nicht erkennbar
Zucht möglich:Maulbrüter-Verhalten nach Art der Haplochromini; in Gruppenhaltung nachgezogen
Maximale Größe:ca. 7–9 cm (Standardlänge bis ca. 8,7 cm)
Liefergröße:ca. 4,0-5,0 cm
Mit Garnelen verträglich:Nicht empfehlenswert: Nachwuchs wird gefressen, adulte Garnelen sind ein Risiko
Im Detail: Broken-Bar-Buntbarsch, Enterochromis paropius

Herkunft von Broken-Bar-Buntbarsch (Enterochromis paropius)

Enterochromis paropius stammt aus dem Victoriasee in Ostafrika und kommt nur dort vor. Beschrieben wurde die Art 1969 von Greenwood und Gee. Im Mwanza-Golf im Süden des Sees besiedelt sie schlammige Böden im Flachwasser- bis mittleren Tiefenbereich; frühere Angaben nennen etwa 15 bis 30 Meter, neuere Untersuchungen fanden sie in rund 2 bis 11 Metern Tiefe. Dort ernährt sie sich als Detritusfresser von organischem Feinmaterial und Aufwuchs. Dass sie in Aquarien als „Broken Bar“ bezeichnet wird, geht auf die auffällige dunkle Längsbinde auf der Flanke zurück, die bei beiden Geschlechtern deutlich ausgeprägt ist, während senkrechte Querbalken kaum sichtbar sind. Der Rücken wirkt rötlich, die Flanke leuchtend gelb. Wie viele Haplochromine des Victoriasees brach auch diese Art im 20. Jahrhundert durch Umweltveränderungen und den eingeführten Nilbarsch stark ein und galt zeitweise als fast verschwunden. In den letzten Jahren wurde sie im Mwanza-Golf jedoch wieder zahlreich nachgewiesen, und die Weltnaturschutzunion führt sie als nicht gefährdet. Aquarienbestände gehen auf Wildfänge der 1990er-Jahre und auf Nachzuchten zurück, die unter Liebhabern weitergegeben werden. Wer die Art pflegt, trägt damit auch ein Stück zum Erhalt der faszinierenden Victoriasee-Fauna bei.

Vergesellschaftung

Der Broken-Bar-Buntbarsch gilt als vergleichsweise ruhiger, kleinbleibender Haplochromine, der in Gruppen gehalten werden sollte. Sinnvoll ist ein Trupp aus mindestens sechs Tieren mit mehreren Weibchen je Männchen, damit sich die Balz verteilt und einzelne Weibchen nicht bedrängt werden. In ausreichend großer Gruppe zeigen die Männchen erfahrungsgemäß ihre volle Färbung. Als Mitbewohner kommen andere friedliche Cichliden aus dem Victoriasee in ähnlicher Größe in Frage; große, räuberische Haplochromine passen dagegen nicht dazu, da sie die kleinen Tiere jagen würden. Von der Haltung mit robusten, territorialen Malawisee-Mbuna ist abzuraten, da diese deutlich ruppiger auftreten. Einzelne Hobbyberichte erwähnen gelegentliches Flossenzupfen an langsamen Fischen; wirklich verlässlich dokumentiert ist das nicht. Langflossige Beifische sollten deshalb mit Vorsicht gewählt werden. Rückzugsorte zwischen Steinen helfen unterlegenen Tieren, Streit aus dem Weg zu gehen.

Passende Wasserparameter

Der Victoriasee ist weich bis mittelhart und alkalisch; im Aquarium bewährt sich daher klares, gut gefiltertes Wasser mit einem pH-Wert um 7,5 bis 8,5 und mittlerer bis höherer Härte. Ein Züchter nennt pH 7 bis 9 und eine Gesamthärte von 2 bis 10 °dH; für die Praxis ist eine Gesamthärte von etwa 8 bis 15 °dH ein sinnvoller Richtwert, wenn auch nicht für diese Art gesondert belegt – bitte vor Veröffentlichung prüfen. Wichtig sind eine stabile Karbonathärte, regelmäßige Teilwasserwechsel und niedrige Nitratwerte, da die Tiere als Bodenbewohner empfindlich auf Belastung reagieren. Weiches, saures Wasser sollte vermieden werden, ebenso starke Schwankungen. Eine gute Filterung mit mäßiger Strömung entspricht dem ruhigen Lebensraum über Schlammgrund.

Haltungstemperatur

Als Haltungstemperatur sind 24 bis 26 °C empfehlenswert. In Berichten aus der Liebhaberhaltung wird eine Spanne von 22 bis 28 °C genannt, die die Tiere offenbar vertragen. Wärmere Werte im oberen Bereich können Balz und Stoffwechsel anregen, belasten aber den Sauerstoffgehalt des Wassers; dauerhaft kühlere Temperaturen verlangsamen Wachstum und Aktivität. Entscheidend ist vor allem Konstanz, daher sollte ein verlässlicher Regelheizer eingesetzt werden.

Beckengröße

Für eine kleine Gruppe aus sechs bis acht Tieren ist ein Aquarium von etwa 120 cm Kantenlänge und rund 200 Litern ein sinnvoller Richtwert, auch wenn die Art mit 7 bis 9 cm nicht groß wird. Je mehr Männchen im Becken leben, desto wichtiger sind Länge und strukturierte Zonen, damit Rivalen sich ausweichen können. Eine Abdeckung ist empfehlenswert, da Buntbarsche bei Schreck springen können. Dieses Maß ist eine Empfehlung der Redaktion und keine feste Vorgabe aus der Fachliteratur.

Bepflanzung

Natürlich lebt die Art über Schlammböden und nicht in dichten Pflanzenbeständen. Im Aquarium eignet sich ein feiner Sandgrund, kombiniert mit Steinaufbauten und Höhlen als Rückzug sowie freier Schwimmfläche für die Balz. Pflanzen sind möglich, wenn sie harte, alkalische Bedingungen vertragen, etwa Anubias, Javafarn oder Vallisneria. Da der Fisch vor allem Aufwuchs und Feinmaterial aufnimmt, ist weniger Pflanzenfraß zu erwarten als bei grobem Algenfresser-Verhalten; vollständig ausschließen lässt sich das jedoch nicht. Feinfiedrige Pflanzen können beim Gründeln des Sandes verschüttet werden.

Futter

Der Broken-Bar-Buntbarsch ist in der Natur ein Detritus- und Aufwuchsfresser mit überwiegend pflanzlicher Kost; für die Nahrungsebene wird ein niedriger Wert genannt. Im Aquarium nimmt er hochwertige, spirulinahaltige Flocken und feine Granulate gerne an. Ergänzend können kleine Frostfutter wie Cyclops oder Artemia gelegentlich gereicht werden, am besten abwechselnd mit pflanzlichem Futter. Mehrere kleine Portionen täglich entsprechen dem natürlichen Fressverhalten besser als eine große Mahlzeit. Überfütterung vermeiden, da sie die Wasserqualität belastet und bei Bodenfressern schnell zu Verdauungsproblemen führen kann.

Geschlechtsunterschiede

Bei den angebotenen Größen von 4 bis 5 cm lassen sich die Geschlechter nicht sicher unterscheiden. Mit zunehmender Reife färben sich die Männchen kräftiger, vor allem mit rötlichem Rücken, gelber Flanke und deutlicher Längsbinde; in der Gruppe fallen sie dadurch eher auf. Die Weibchen bleiben meist unauffälliger gefärbt, wobei auch sie die Längsbinde zeigen. Bei Freilandfängen wurden zudem unterschiedliche Färbungsformen bei Männchen beobachtet. Eine verlässliche Geschlechterbestimmung ist erst bei erwachsenen Tieren möglich.

Zucht

Wie bei Haplochromini üblich, betreiben die Weibchen die Maulbrutpflege: Die Eier werden nach dem Ablaichen im Maul ausgebrütet. Aus der Liebhaberhaltung ist bekannt, dass sich die Art in einer Gruppe mit mehreren Weibchen je Männchen regelmäßig vermehrt; Balz und Ablaichen wurden mehrfach dokumentiert. Für die Aufzucht bietet sich ein ruhiges, strukturiertes Becken an, in dem das Weibchen ungestört bleibt. Die Jungfische sind klein und nehmen feines Staubfutter und frisch geschlüpfte Artemia an. Da die Art in der Natur zeitweise stark bedrängt war, ist die Weitergabe von Nachzuchten für den Erhalt der Aquarienbestände durchaus sinnvoll.

Endgröße

Die Standardlänge wird mit bis etwa 8,7 cm angegeben; in Hobbyberichten werden rund 7 bis 9 cm genannt. Die Gesamtlänge kann dabei etwas höher liegen. Die angebotenen Tiere von 4 bis 5 cm sind Jungfische und wachsen innerhalb weniger Monate heran, die Männchen meist etwas kräftiger als die Weibchen.

Verträglichkeit mit Zwerggarnelen

Adulte Garnelen: Der Broken-Bar-Buntbarsch ist ein kleiner, vor allem Aufwuchs fressender Haplochromine mit eher kleinem Maul. Dass er ausgewachsene Zwerggarnelen jagt, ist nicht belegt, bei Cichliden aber nicht auszuschließen; in einem Becken mit Verstecken und kräftigeren Garnelen ist nur begrenztes Risiko zu erwarten, eine Zusage kann nicht gegeben werden. Nachwuchs: Junge Garnelen sind für Cichliden Beutetiere und werden mit hoher Wahrscheinlichkeit gefressen. Zudem sind die hartes, alkalisches Wasser verlangenden Bedingungen nicht für alle Garnelenarten geeignet, sodass die Kombination insgesamt nicht empfohlen wird.

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Häufige Fragen (FAQ)


 

Wie gewöhne ich Zierfische nach der Ankunft ein?

Wie gewöhne ich Zierfische nach der Ankunft ein?

Um Stress und Temperaturschocks zu vermeiden, sollten neue Zierfische langsam eingewöhnt werden:

  1. Beutel schwimmen lassen – Legen Sie den verschlossenen Transportbeutel für ca. 20–30 Minuten auf die Wasseroberfläche des Aquariums, damit sich die Temperatur angleicht.
  2. Wasser schrittweise mischen – Öffnen Sie den Beutel vorsichtig und geben Sie alle 5–10 Minuten kleine Mengen Aquariumwasser hinzu, bis sich das Volumen mindestens verdoppelt hat (Dauer: ca. 45–90 Minuten).
  3. Fische umsetzen – Setzen Sie die Fische mit einem Kescher ins Aquarium, ohne das Transportwasser einzubringen, um Verunreinigungen zu vermeiden.
  4. Licht reduzieren – Dimmen Sie die Beleuchtung oder schalten Sie sie für einige Stunden aus, um den Stress zu minimieren.
  5. Erste Fütterung – Füttern Sie erst nach einigen Stunden oder am nächsten Tag, damit sich die Fische in Ruhe an die neue Umgebung gewöhnen können.

Durch diese langsame Eingewöhnung passen sich die Fische optimal an die neuen Wasserwerte an.

Wie werden Zierfische versendet?

Fische sind Wirbeltiere und werden von uns, den gesetzlichen Bestimmungen folgend, mit einem dafür zugelassenen Tierkurier (GO!) per Übernachtexpress versendet. Der Versand aller Zierfische erfolgt ganzjährig immer in einer hochwertigen, dickwandigen Styroporbox. Bei hohen Außentemperaturen werden die Fische mit zusätzlichem Wasservolumen vor Hitze geschützt. Im Winter legen wir zum Schutz vor Kälte Heatpacks bei und sorgen ggf. für eine zusätzliche Isolierung durch die Verwendung einer wärmereflektierende Spezialfolie als zusätzliche Isolierungschicht.
Je nach Art reisen die Fische entweder in kleineren Gruppen oder einzeln verpackt.

Wie kann ich Krankheiten bei Aquarienfischen vermeiden?

Damit deine Fische gesund und munter bleiben, sind einige grundlegende Maßnahmen erforderlich. Viele Fischkrankheiten entstehen durch schlechte Wasserqualität, Stress oder falsche Ernährung. Mit den folgenden Tipps kannst du das Risiko minimieren und für ein gesundes Aquarium sorgen.

1. Optimale Wasserqualität sicherstellen

  • Regelmäßige Wasserwechsel durchführen (ca. 20-30 % alle 1-2 Wochen).
  • Wichtige Wasserwerte kontrollieren:
    • Temperatur (je nach Fischart passend einstellen)
    • pH-Wert (artgerechter Bereich)
    • Ammoniak & Nitrit: IMMER 0 mg/l (giftig für Fische)
    • Nitrat: unter 25 mg/l (bei hohen Werten Wasser wechseln)
  • Kein Chlor oder Schwermetalle im Wasser! Falls nötig, Wasseraufbereiter nutzen.

2. Gesunde Ernährung bieten

  • Abwechslungsreiche Kost: Trockenfutter, Frostfutter (z. B. Artemia, Mysis), Lebendfutter (z. B. Wasserflöhe) und pflanzliche Nahrung (je nach Fischart).
  • Überfütterung vermeiden: Fische sollten das Futter in 1-2 Minuten komplett fressen. Reste entfernen, um das Wasser nicht zu belasten.
  • Spezialfutter je nach Art: Bodenfresser brauchen sinkendes Futter, Oberflächenfresser Flocken oder Granulat.

3. Neue Fische richtig eingewöhnen

  • Langsame Anpassung: Neue Fische mit der Tropf-Methode oder schrittweiser Wasserzugabe an das Aquarium gewöhnen.
  • Quarantäne für neue Fische: Falls möglich, 2-4 Wochen in einem separaten Becken halten, um Krankheiten nicht ins Hauptaquarium einzuschleppen.
  • Transportwasser entsorgen: Neue Zierfische immer mit dem Kescher ins Becken geben, das Transportwasser entsorgen.

4. Stress vermeiden

  • Artgerechte Vergesellschaftung: Keine aggressiven Fische mit friedlichen Arten mischen.
  • Ausreichend Verstecke bieten (Pflanzen, Wurzeln, Höhlen).
  • Keine plötzlichen Temperatur- oder Wasserwechsel – Fische reagieren empfindlich auf starke Schwankungen.
  • Nicht zu viele Fische im Becken halten – Überbesatz führt zu Stress und Krankheiten.

5. Krankheiten frühzeitig erkennen

  • Symptome wie weiße Punkte (Ichthyophthirius/“Pünktchenkrankheit“), Pilzbeläge, oder abstehende Schuppen  können auf Krankheiten hinweisen.
  • Verändertes Verhalten (z. B. schnelle Atmung, apathisches Verhalten, Schaukeln, Reiben an Gegenständen) kann ein frühes Warnzeichen sein.
  • Infizierte Fische sofort isolieren und bei Bedarf mit geeigneten Medikamenten behandeln.

6. Aquariumpflege & Hygiene beachten

  • Filter regelmäßig warten, aber nie komplett reinigen (sonst gehen wichtige Bakterien verloren).
  • Bodengrund absaugen, um Futterreste und Kot zu entfernen.
  • Keine Chemikalien oder Seifen beim Reinigen des Aquariums verwenden – nur Wasser oder spezielle Aquarienreiniger nutzen.

Wenn du diese Tipps beachtest, bleiben deine Fische gesund und das Aquarium stabil!

Geschlechtsauswahl bei unseren Fischen

Wenn wir eine gezielte Auswahl des Geschlechts bei Tieren vornehmen können ist dies immer direkt am Artikel angegeben. Bei vielen Tieren geht das leider aus verschiedenen Gründen nicht. Zum Beispiel weil bei Jungtieren die Färbung beider Geschlechter identisch ist, weil es keine äußeren Geschlechtsmerkmale gibt, weil wir beispielsweise immer nur ein Geschlecht geliefert bekommen oder aus diversen anderen Gründen. 
Wir versuchen immer den Wünschen unserer Kunden nachzukommen wenn das irgendwie möglich ist.

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