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Borneo-Geißelspinne, Catageus sp.

Ungiftig und ohne Netz

Keine Gift- und Spinndrüsen, ein faszinierendes Beobachtungstier

Seltene Borneo-Form

Selten angebotene Geißelspinne aus Südostasien, im Handel Stygophrynus

Mäßig warm halten

Etwa 24–26 °C bei hoher Luftfeuchte, Hitze vermeiden

Lebt an Wänden

Braucht Höhe, raue Rückwand und Spaltenverstecke zum Häuten

Borneo-Geißelspinne, Catageus sp.


Auf einen Blick: Borneo-Geißelspinne, Catageus sp.
Deutscher Name:Borneo-Geißelspinne
Wissenschaftlich:Catageus sp.
Synonyme:Geisselspinne, Stygophrynus Borneo, Tailless whip scorpion, Whip spider
Herkunft:Borneo laut Handelsangabe; Gattung in Südostasien westlich der Wallace-Linie
Lebensweise:Nachtaktiver Lauerjäger in Spalten, unter Rinde, in Laubstreu oder Höhlen
Aktivitätszeit:Nachtaktiv, tagsüber versteckt
Haltungstyp:Einzelhaltung in einem feuchten, ausbruchsicheren Waldterrarium
Mindestgröße des Terrariums:Orientierung ab etwa 30 × 30 × 40 cm (L × B × H)
Temperatur und Luftfeuchtigkeit:Eher mäßig warm: etwa 24–26 °C, hohe Luftfeuchte um 75–90 %, gute Belüftung
Bodengrund:5–8 cm feuchte Erde oder Kokoshumus mit Laub und Moos
Verstecke und Gespinst:Baut kein Netz; senkrechte Rinde, Korkröhren und Steinspalten als Verstecke
Futter:Kleine Grillen, Heimchen, Schaben und andere passende Futterinsekten
Gift und Abwehrverhalten:Ungiftig, keine Brennhaare; Flucht in Spalten, allenfalls Kneifen
Körpergröße und Beinspannweite:Gattung je nach Art bis etwa 2,5–3 cm Körperlänge; Art nicht sicher bestimmt
Lebenserwartung:Artspezifisch nicht belegt; Geißelspinnen allgemein etwa 5–10 Jahre in Terrarienhaltung
Im Detail: Borneo-Geißelspinne, Catageus sp.

Herkunft und Lebensraum von Borneo-Geißelspinne (Catageus sp.)

Diese Geißelspinne wird im Handel als Stygophrynus sp. aus Borneo angeboten. Die Gattung Stygophrynus wurde 2018 mit der älteren Gattung Catageus zusammengelegt, weil sich ihre Typusart als identisch mit der Typusart von Catageus erwies; nach den Prioritätsregeln gilt seitdem der Name Catageus. Die Gattung ist auf Südostasien westlich der Wallace-Linie beschränkt und reicht vom südlichen Myanmar über die Malaiische Halbinsel und Inseln vor Sumatra bis in den Nordosten Javas. Für Borneo ist die Lage weniger eindeutig: Ein historischer Nachweis wurde inzwischen einer anderen Gattung zugeordnet, gleichzeitig sind Geißelspinnen dieser Gruppe aus Höhlen im Norden der Insel, etwa im Mulu-Nationalpark in Sarawak, fotografisch dokumentiert. Welche Art sich genau hinter der Handelsbezeichnung verbirgt, lässt sich ohne Untersuchung durch Fachleute nicht feststellen. Die Vertreter der Gattung bewohnen sowohl Höhlen als auch oberirdische Lebensräume wie Felsspalten, Baumrinde und die Laubstreu feuchter Wälder. Wie alle Geißelspinnen sind sie keine echten Spinnen, sondern gehören zur eigenen Spinnentier-Ordnung Amblypygi. Sie besitzen weder Gift- noch Spinndrüsen, bauen keine Netze und orientieren sich mit ihrem zu langen Tastfühlern umgebildeten ersten Beinpaar.

Lebensweise und Haltungstyp

Wie ihre Verwandten ist diese Geißelspinne ein nachtaktiver Lauerjäger. Tagsüber sitzt sie flach angedrückt an einer senkrechten Fläche, unter Rinde oder in einer Felsspalte. Nachts tastet sie mit den langen Fühlerbeinen ihre Umgebung ab und packt Beute blitzschnell mit den bedornten Pedipalpen. Halter berichten, dass Tiere dieser Gattung nicht gemeinschaftlich gehalten werden sollten, da es bei dauerhaftem Zusammenleben früher oder später zu Verlusten kommt. Auffällig ist, dass gesunde Tiere fast immer an Wänden und Strukturen sitzen; ein Tier, das dauerhaft am Boden hockt, kann auf Austrocknung oder Stress hinweisen.

Terrarium

Für ein einzelnes Tier ist ein Terrarium ab etwa 30 × 30 × 40 cm (Länge × Breite × Höhe) eine gute Orientierung. Wichtiger als die Grundfläche ist eine ausreichende Höhe, denn Geißelspinnen leben an senkrechten Flächen und häuten sich hängend. Eine mit Kork oder rauem Material verkleidete Rückwand bietet Halt. Alle Öffnungen müssen dicht schließen, weil die feinen Tastbeine selbst schmale Spalten finden. Eine Fronttür erleichtert die Pflege, ohne dass man von oben in das Versteck greifen muss.

Bodengrund, Einrichtung und Fallhöhe

Als Bodengrund eignet sich eine 5 bis 8 cm hohe Schicht aus ungedüngter Erde oder Kokoshumus, abgedeckt mit Laub und etwas Moos. Das Substrat hält die Feuchtigkeit und sorgt für ein stabiles Kleinklima. Als Verstecke dienen senkrecht gestellte Rindenstücke, Korkröhren oder fest verbaute Steinplatten mit schmalen Spalten. Ein Netz baut die Art nicht. Eine kleine, flache Wasserschale sollte stets gefüllt sein.

Klima und Beleuchtung

Tiere dieser Gattung reagieren nach Halterberichten empfindlich auf zu hohe Temperaturen. Tiere aus Malaysia und Java gediehen bei etwa 24 bis 26 °C gut, während mehrere Halter bei 27 bis 30 °C Verluste beobachteten. Für die Borneo-Tiere empfiehlt sich daher ein eher mäßig warmer Bereich um 24 bis 26 °C bei hoher Luftfeuchte von etwa 75 bis 90 %. Der Boden bleibt dazu teilweise feucht, gesprüht wird an die Wände. Trotz hoher Feuchte muss Luft zirkulieren, damit sich kein Schimmel bildet. Starke Wärmequellen und direkte Sonne sind zu vermeiden.

Fütterung und Wasserversorgung

Gefüttert werden kleine bis mittelgroße Futterinsekten wie Heimchen, Grillen oder junge Schaben, deren Größe ungefähr der Körperlänge des Tieres entspricht. Adulte Tiere bekommen etwa einmal pro Woche ein bis zwei Futtertiere, Jungtiere häufiger und kleiner. Nicht gefressene Beute wird nach einem Tag entfernt, damit sie das Tier nicht stört oder während einer Häutung verletzt. Frisches Wasser in einer flachen Schale gehört dazu.

Häutung

Zum Wachsen häutet sich die Geißelspinne hängend an einer senkrechten oder überhängenden Fläche, damit sie mit Hilfe der Schwerkraft aus der alten Haut gleiten kann. Vorher stellt sie meist für einige Tage das Fressen ein. Gerade bei feuchtigkeitsliebenden Arten wie dieser ist eine gleichmäßig hohe Luftfeuchte vor und während der Häutung wichtig, sonst bleiben Beine oder Tastfühler leicht in der alten Haut hängen. Futtertiere haben in dieser Phase nichts im Terrarium verloren, und nach der Häutung braucht der weiche Panzer einige Tage Ruhe.

Einzelhaltung und sicherer Umgang

Geißelspinnen sind reine Beobachtungstiere. Sie sind schnell und schreckhaft, und ihre langen Tastbeine sind empfindlich. Für Umsetzungen leitet man das Tier mit einem weichen Pinsel in ein durchsichtiges Gefäß oder stülpt das Gefäß langsam über es. Ruhiges Arbeiten von vorne und ein stets freier Fluchtweg ins Versteck vermeiden Stress. Da die genaue Art unbekannt ist und Tiere dieser Gattung als empfindlicher gelten als manche afrikanische Geißelspinne, ist sie eher etwas für Halter mit etwas Erfahrung.

Geschlechtsunterschiede

Bei Geißelspinnen unterscheiden sich Männchen und Weibchen vor allem in Größe und Form der Pedipalpen. Für diese nicht sicher bestimmte Borneo-Form liegen dazu keine verlässlichen Angaben vor. Eine Geschlechtsbestimmung erfordert Erfahrung und gelingt am ehesten bei adulten Tieren anhand der Genitalregion oder einer Häutungshaut. Eindeutig ist ein Weibchen, das einen Eisack trägt. Wer mit dieser seltenen Form züchten möchte, sollte die Tiere deshalb möglichst als Paar mit gesicherter Bestimmung erwerben oder die Häutungsreste von erfahrenen Haltern begutachten lassen.

Fortpflanzung

Die Fortpflanzung verläuft wie bei allen Geißelspinnen indirekt: Das Männchen setzt gestielte Samenpakete am Boden ab und führt das Weibchen darüber. Das Weibchen trägt die Eier anschließend in einem Brutsack unter dem Hinterleib, und die Jungtiere sitzen bis zu ihrer ersten Häutung auf dem Rücken der Mutter. Für Tiere dieser Gattung sind erfolgreiche Nachzuchten im Terrarium bislang nur vereinzelt dokumentiert. Verpaarungen sollten nur kurz und unter Aufsicht stattfinden.

Größe und Lebenserwartung

Die genaue Endgröße hängt von der Art ab, die sich hinter der Handelsbezeichnung verbirgt. Die größte bekannte Art der Gattung erreicht etwa 2,5 bis 3 cm Körperlänge bei einer Spannweite von rund 20 cm, viele Arten bleiben kleiner. Durch die langen Tastbeine wirken die Tiere deutlich größer, als die Körperlänge vermuten lässt. Artspezifische Daten zur Lebenserwartung gibt es nicht; für Geißelspinnen allgemein wird in Terrarienhaltung eine Lebenserwartung von etwa fünf bis zehn Jahren angegeben.

Gift, Brennhaare und Sicherheit

Geißelspinnen haben keine Giftdrüsen und keine Brennhaare und sind für Menschen ungefährlich. Bei Störung flüchten sie seitwärts in die nächste Spalte. Wird ein Tier festgehalten, kann es mit den bedornten Pedipalpen kneifen, was bei dieser eher zierlichen Gattung allenfalls ein leichtes Pieksen ist. Bisse kommen praktisch nicht vor. Die größte Gefahr besteht eher für das Tier selbst: Beim Fangen oder bei einem Sturz können die langen, empfindlichen Tastbeine abreißen. Daher gilt auch hier, das Tier nur mit Gefäß und Pinsel umzusetzen.

Nice-to-Know

Der alte Gattungsname Stygophrynus spielt auf den Styx an, den Fluss der Unterwelt aus der griechischen Sage, und passt zu den vielen Höhlenbewohnern der Gruppe. Einige Arten der Gattung leben tatsächlich dauerhaft in Höhlen, andere wurden erst später als oberirdische Waldbewohner entdeckt. Höhlenbewohner zeigen oft blassere Farben und besonders lange Gliedmaßen, eine Anpassung an das Leben in völliger Dunkelheit. Die Tiere sind weder im Washingtoner Artenschutzübereinkommen gelistet noch nach der Bundesartenschutzverordnung meldepflichtig.

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