Borneo-Geißelskorpion, Thelyphonus sp.
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Borneo-Geißelskorpion, Thelyphonus sp.
| Deutscher Name: | Borneo-Geißelskorpion |
| Wissenschaftlich: | Thelyphonus sp. |
| Synonyme: | Geisselskorpion, Essigskorpion, Peitschenskorpion, Vinegaroon, Whip scorpion |
| Herkunft: | Borneo laut Handelsangabe; Gattung mit mehreren Arten auf Borneo, verbreitet in Südostasien |
| Lebensweise: | Bodenbewohnender, grabender Jäger in Laubstreu, Totholz und Erdgängen |
| Aktivitätszeit: | Nachtaktiv, tagsüber im Bau oder unter Verstecken |
| Haltungsform: | Dauerhafte Einzelhaltung in einem feuchten, ausbruchsicheren Waldterrarium |
| Mindestgröße des Terrariums: | Orientierung ab etwa 30 × 30 × 30 cm mit tiefer Bodenschicht |
| Temperatur und Luftfeuchtigkeit: | Etwa 23–27 °C, relative Luftfeuchte um 75–85 %, Feuchtegefälle im Boden |
| Bodengrund und Substrattiefe: | 10–15 cm grabfähige, leicht feuchte Erde-Humus-Mischung mit Laub |
| Verstecke: | Flache Rinde, Korkstücke und Laub; das Tier gräbt sich eigene Gänge |
| Futter: | Grillen, Heimchen, Schaben und andere passende Futterinsekten |
| Gift und Abwehrverhalten: | Ohne Gift und Stachel; versprüht bei Bedrängung essigsäurehaltiges Sekret |
| Maximale Größe: | Je nach Art meist etwa 2,5–3 cm Körperlänge ohne Geißel |
| Lebenserwartung: | Für Geißelskorpione allgemein etwa 4 Jahre Entwicklung plus bis zu 4 Jahre als Adulttier |
Herkunft und Lebensraum von Borneo-Geißelskorpion (Thelyphonus sp.)
Thelyphonus ist die namensgebende Gattung der Geißelskorpione und mit rund 45 beschriebenen Arten in Südostasien verbreitet. Von Borneo sind gleich mehrere Arten bekannt, darunter Thelyphonus borneensis, Thelyphonus borneonus, Thelyphonus grandis, Thelyphonus nasutus, Thelyphonus renschi und Thelyphonus kinabaluensis, der vom Kinabalu in Sabah beschrieben wurde. Welche Art genau hinter der Handelsbezeichnung steckt, lässt sich ohne Untersuchung durch Spezialisten nicht sicher sagen, denn die Arten unterscheiden sich vor allem in feinen Merkmalen der Pedipalpen und der Geschlechtsorgane. Geißelskorpione besiedeln die feuchten, dunklen Bodenschichten tropischer Wälder. Tagsüber halten sie sich in selbst gegrabenen Gängen, unter Totholz, Steinen oder in der Laubstreu auf, erst nachts gehen sie auf die Jagd. Trotz ihres Namens sind Geißelskorpione keine Skorpione. Sie bilden eine eigene Ordnung der Spinnentiere, die Uropygi oder Thelyphonida, und sind näher mit den Geißelspinnen verwandt als mit echten Skorpionen. Statt eines Giftstachels tragen sie am Hinterleibsende eine dünne, gegliederte Geißel, und Giftdrüsen besitzen sie nicht. Für die Haltung bedeutet die Herkunft aus dem Regenwald vor allem grabfähigen, feuchten Boden, gleichmäßige Wärme und dunkle Rückzugsorte.
Lebensweise und Verhalten
Der Borneo-Geißelskorpion lebt am Boden und verbringt den Tag in Erdgängen oder unter dicht aufliegenden Verstecken. Nach Einbruch der Dunkelheit tastet er die Umgebung mit dem stark verlängerten ersten Beinpaar ab, das nicht zum Laufen, sondern als Fühler dient; er bewegt sich also auf sechs Beinen. Beute wird mit den kräftigen, scherenartigen Pedipalpen gepackt und zerdrückt. Geißelskorpione sind Einzelgänger, die ihre Verstecke gegen Artgenossen verteidigen. Eine Gruppenhaltung führt leicht zu Verletzungen oder Kannibalismus, deshalb werden sie dauerhaft einzeln gehalten.
Terrarium und Ausbruchsschutz
Für ein adultes Einzeltier reicht ein Terrarium ab etwa 30 × 30 × 30 cm als Orientierung. Wichtiger als die Höhe sind eine ausreichende Bodenfläche und vor allem eine tiefe, grabfähige Substratschicht. Klettermöglichkeiten braucht der Bodenbewohner kaum. Türen, Lüftungsflächen und Kabeldurchführungen müssen sicher schließen. Eine seitliche oder vordere Öffnung erleichtert die Pflege, ohne direkt über dem Bau arbeiten zu müssen.
Bodengrund und Verstecke
Eine mindestens 10 bis 15 cm tiefe, formstabile Mischung aus ungedüngter Erde, Humus und etwas Sand oder Lehm eignet sich gut, weil gegrabene Gänge darin nicht einstürzen. Der Boden soll leicht feucht, aber nie nass oder schlammig sein. Eine Laubschicht schützt die Oberfläche vor dem Austrocknen und bietet Deckung. Flache Rindenstücke oder Korkplatten werden so aufgelegt, dass sie beim Untergraben nicht nachrutschen. Ein Feuchtegefälle mit etwas trockeneren Bereichen erlaubt dem Tier, seinen Platz selbst zu wählen. Eine flache Wasserschale sollte vorhanden sein.
Klima und Beleuchtung
Als Waldbewohner aus den Tropen braucht der Geißelskorpion gleichmäßige Wärme ohne Hitzestau. Praxisüblich sind etwa 23 bis 27 °C am Tag mit leichter Absenkung in der Nacht und eine relative Luftfeuchte um 75 bis 85 %. Die Feuchtigkeit entsteht vor allem über den leicht feuchten Boden, ergänzt durch gelegentliches Sprühen. Gleichzeitig muss Luft zirkulieren, denn stehende, nasse Luft und Schimmel schaden dem Tier. Starke Wärmestrahler und helles Licht sind unnötig.
Fütterung und Wasser
Geißelskorpione sind Räuber, die in der Natur vor allem Insekten, Tausendfüßer, Asseln und andere Wirbellose fressen. Im Terrarium eignen sich Grillen, Heimchen, Schaben und weitere Futterinsekten, die nicht breiter sind als der vordere Körperabschnitt des Tieres. Adulte Tiere werden etwa ein- bis zweimal pro Woche gefüttert; zu häufige Gaben sind unnötig. Nicht gefressene Futtertiere werden zeitnah entfernt, insbesondere vor einer Häutung.
Häutung
Geißelskorpione wachsen über Häutungen, die sie im Schutz ihres Baus durchführen. Vor einer Häutung ziehen sie sich zurück, verschließen häufig den Gang und stellen das Fressen ein. In dieser Phase ist Ruhe das Wichtigste: Das Tier sollte nicht ausgegraben werden, und lebende Futtertiere haben im Terrarium nichts verloren. Ein gleichmäßig feuchter Boden schützt vor dem Austrocknen. Nach der Häutung braucht die neue Haut einige Tage zum Aushärten. Bis zum adulten Tier durchlaufen Geißelskorpione nach dem Verlassen der Mutter typischerweise vier Häutungen in etwa vier Jahren.
Geschlechtsunterschiede
Bei Geißelskorpionen unterscheiden sich die Geschlechter häufig in Größe und Form der Pedipalpen sowie in der Gestalt der Genitalplatte an der Bauchseite; gerade diese Merkmale nutzen Fachleute auch zur Artbestimmung. Für die nicht sicher bestimmte Borneo-Form liegen dazu keine verlässlichen Angaben vor. Eine sichere Geschlechtsbestimmung ist bei Jungtieren kaum möglich und erfordert auch bei adulten Tieren Erfahrung. Wer züchten möchte, lässt die Bestimmung am besten von erfahrenen Haltern bestätigen.
Fortpflanzung
Bei der Paarung hält das Männchen die Tastbeine des Weibchens mit den Cheliceren fest und setzt nach einer langen, mehrstufigen Balz ein Samenpaket am Boden ab, das das Weibchen aufnimmt. Einige Monate später gräbt sich das Weibchen einen großen Bau, verschließt ihn und legt bis zu etwa 40 Eier in einem Brutsack ab, der an ihrem Hinterleib haftet. In dieser Zeit frisst sie nicht. Die Jungtiere klettern nach dem Schlupf auf den Rücken der Mutter und verlassen den Bau erst nach ihrer ersten Häutung. Eine Nachzucht ist anspruchsvoll und gelingt nur, wenn das Weibchen dabei völlig ungestört bleibt.
Endgröße und Lebenserwartung
Die meisten Geißelskorpione erreichen eine Körperlänge von etwa 2,5 bis 3 cm ohne Geißel; nur wenige Gattungen außerhalb Asiens werden deutlich größer. Die genaue Endgröße der Borneo-Tiere hängt von der Art ab, die hinter der Handelsbezeichnung steckt. Zur Lebenserwartung: Geißelskorpione brauchen bis zur Geschlechtsreife etwa vier Jahre und können danach noch bis zu rund vier Jahre leben; für diese Borneo-Form selbst liegen keine gesonderten Daten vor.
Giftwirkung, Abwehrverhalten und Sicherheit
Geißelskorpione besitzen weder Giftstachel noch Giftdrüsen. Ihre Waffe ist ein Abwehrsekret aus Drüsen am Hinterleibsende, das sie bei Bedrängung gezielt versprühen. Es enthält vor allem Essigsäure, riecht deutlich nach Essig und kann Augen und Schleimhäute reizen. Zusätzlich können die kräftigen Pedipalpen schmerzhaft zukneifen. Das Tier sollte daher nicht angefasst werden; bei Pflegearbeiten bleiben Gesicht und Augen außerhalb der Sprührichtung, und bei Augenkontakt wird sofort gründlich mit Wasser gespült. Geißelskorpione sind weder im Washingtoner Artenschutzübereinkommen gelistet noch nach der Bundesartenschutzverordnung meldepflichtig.
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Geschlechtsauswahl bei unseren Spinnen&Insekten
Wenn wir eine gezielte Auswahl des Geschlechts bei Tieren vornehmen können ist dies immer direkt am Artikel angegeben. Bei vielen Tieren geht das leider aus verschiedenen Gründen nicht. Zum Beispiel weil bei Jungtieren die Färbung beider Geschlechter identisch ist, weil es keine äußeren Geschlechtsmerkmale gibt, weil wir beispielsweise immer nur ein Geschlecht geliefert bekommen oder aus diversen anderen Gründen.
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